Eine Burg – zwei Täler - zwei Steige - und viele Fotomotive - eine Fotowanderung der besonderen Art

Es gibt da eine Wanderung, die ist für mich eine Herzensangelegenheit, sie liegt nämlich in meiner Heimatregion, dem Naturpark Altmühltal


Wer die schönsten Ecken des Altmühltals nicht nur wie gewohnt erwandern, sondern zur Abwechslung auch einmal etwas "Alpiner" unterwegs sein möchte, trifft mit einer Tour im Birktal bei Kipfenberg, einem Seitental im Naturpark Altmühltal die perfekte Wahl. 

Diese abwechslungsreiche Tour über den Husaren- und Kressensteig, führt den Wanderer über teils Alpin anmutende, teils idyllische Steige, auf der einen Talseite Richtung Kipfenberg und auf der anderen wieder zurück ins Birktal hinein.

Wenn Du nach dieser Tour dann noch nicht genug hast, kannst Du die einzigartigen Jurahäuser des Altmühltals in Arnsberg bestaunen. Mit etwas Glück schaust du Gleitschirmfliegern beim Start über Böhming zu. Und zum Abschluss kannst Du dann noch die Rekonstruktion eines Limesturmes erklimmen. Von der Vielfältigkeit der Flora und Fauna im Altmühltal ganz zu schweigen: Die Gungoldinger Wacholderheide mit ihren zahlreichen seltenen Pflanzen und die unzähligen Schmetterlinge zählen definitiv zu diesen Besonderheiten dazu.

Der Markt Kipfenberg blickt auf eine lange Geschichte zurück: Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort bereits im Jahr 1266 und war aufgrund seiner zentralen Lage – am geografischen Mittelpunkt Bayerns – schon bei den Kelten, Römern, Alemannen und Bajuwaren ein beliebter Knotenpunkt. 



Die Tour starte ich am Wanderparkplatz am hinteren Ende des Birktals. 

Dieser ist etwas versteckt in einer Kurve neben der Hauptstraße, wenn man von Schelldorf oder Krut nach Kipfenberg fährt. Dort kann man das Auto kostenlos abstellen und läuft auf der Straße etwa 100 Meter Richtung Krut Taleinwärts.

Auf der rechten Seite ist dann eine Beschilderung wo es in den Wald geht und der eigentliche Husarensteig startet. Weg 16

Zuerst geht es auf schmalen Pfaden am Hang entlang durch schönen Laub und Fichtenwald, in dem auch viele Ahornbäume wachsen. In diesem Wald auf den schmalen Steigen oberhalb des Birktals, wird das Holz so liegen gelassen wie es fällt. Der Hang ist einfach zu steil um Totholz zu bergen. Dadurch bewahrt sich der Wald aber auch seine Ursprünglichkeit. Fällt ein Baum über den Weg, so wird er nur durchgeschnitten um den Weg wieder frei zu bekommen. 

Vorbei an uralten Kalkfelsformationen teils über Hölzerne Steige geht es Richtung Kipfenberg. An einer kleinen (Grotte) im Fels steht eine Marienstatue. Von diesem Punkt an hat man auch eine schöne Aussicht in das Tal. Etwas später an einem Wanderparkplatz im Tal geht der Steig in den Mühlenweg über.


Nun geht es kurz vor Kipfenberg links sehr steil den Berg hinauf auf einem mit Geländer gesicherten Steig, dem Ostanstieg zum Michelsberg, hoch über Kipfenberg.










Am Michelsberg fährt man gerne vorbei, wenn man kein Auge für besondere Orte hat. Nur ein weithin sichtbares Kreuz auf einem Felsvorsprung sieht man vom Tal aus und sonst nichts. Nachdem sich aber auf dem Michelsberg eine vorgeschichtliche Befestigungsanlage und eine alte Burganlage befindet, wird die Sache schon interessanter.


Oben auf dem Plateau angekommen, fällt einem unweigerlich der tiefe Graben und die massiven Steine der Befestigungsanlage auf. Ein lichtdurchfluteter Laubwald, das Rauschen der Blätter im Wind, eine beeindruckende Wallanlage und angenehme Ruhe zeigen einem, dass man dort an einem angenehmen Ort angekommen ist. Dann durchquert man den Graben der Länge nach und geht am Ende rechts. Dort auf der Freifläche, ehemals Standort der Michaelskirche, hat man einen wunderbaren Ausblick auf das Altmühltal und die Burg Kipfenberg. 


Wenn man dann wiederum rechts an der Bergkante im Osten zurück geht, wird es ruhiger und geheimnisvoller. Dort finden sich viele schattige Plätze zum Rasten. Und man kann die Ruhe und die Kraft eines unscheinbaren, aber beeindruckenden Ortes genießen.


Nach der Rast geht es den Ostabstieg wieder sehr steil am Geländer gesicherten Weg hinunter nach Kipfenberg, an einem Wanderparkplatz vorbei, und auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich der steile Anstieg hinauf zur Burg Kipfenberg und dem Beginn des Kressensteigs.


Die Burg Kipfenberg


Auf einem imposanten Jurafelsen über Kipfenberg thront ganz malerisch die gleichnamige Burg. Besucher müssen sich leider mit dem Anblick alleine begnügen, die Burgtore bleiben nämlich verschlossen. Dafür hat für das Römer und Bajuwaren Museum geöffnet, das in den ehemaligen Burgstallungen untergebracht ist.

Der Kressensteig


An der Burg vorbei und nach Erreichen der Hochfläche gibt es an mehreren Stellen (z. B. Stifterbank) eine herrliche Aussicht sowohl ins Tal auf den Ort Kipfenberg als auch auf den Michelsberg und die Burg Kipfenberg. Auch hat man hier oben einen tollen Sonnenuntergang, was Fotofreunde freuen dürfte. Der Name "Kressensteig" lässt sich übrigens auf seinen "Erbauer", den Freiherrn Kreß von Kreßenstein, der im 19. Jahrhundert Forstmeister von Kipfenberg war, zurückführen.

Der Weg verläuft wie der Husarensteig hauptsächlich auf schmalen, unebenen Waldpfaden und Waldwegen.











Man überquert etwa auf der Hälfte des Weges die Straße von Kipfenberg nach Denkendorf, und kommt auf der anderen Seite über etwas versteckte Waldwerge zu einem kleinen Häuschen, ja fast schon ein Blockhaus aber ohne Fenster. Von dem Häuschen aus hat man eine wundervolle Aussicht auf das Tal und die umliegende Natur.



Von hier aus geht nun ein sehr steiler und ungesicherter Steig Richtung Tal und zurück zum Parkplatz. Er ist nicht besonders markiert und deshalb etwas schwer zu finden. Aber ist man mal auf dem Weg, verliert man ihn nicht mehr.

Charakter der Tour:

Wanderwege, teilweise auch auf naturnahen, Pfadähnlichen Wegstrecken, mit Steigungen, aber mit gutem Schuhwerk problemlos zu begehen. Ich würde auf jeden Fall knöchelhohe Wanderschuhe empfehlen.

Nach längeren Regenfällen ist die Tour nicht so Ideal, da man doch sehr schnell ins Rutschen kommen kann und einige ungesicherte stellen vorhanden sind.

Auch sollte man immer auf Mountainbiker vorbereitet sein, die hier ebenfalls zahlreich unterwegs sind.

Ich wünsche euch nun viel Spaß auf der  Burgtour im Birktal. Schreibt mit doch wie es euch gefallen hat.

Ein Video zur Tour findet ihr auf meinem YouTube Kanal:

Birktal - Wanderung


PS: Die Tour ist auch in den Wintermonaten bei entsprechender Schneelage machbar. Dann hat man zwar keine Farbenfrohen Wälder mehr, aber dafür sieht man die Felsformationen besser.






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