Allein eine Berg- Kletter- oder Trekkingtour machen - Es befreit Deinen Geist!

Allein in die Berge?
 
Aber sicher: Ein Plädoyer für die Solo Tour in den Bergen!





Eigentlich ist Einsamkeit nichts, was der Mensch sich wirklich wünscht. In den Bergen aber ist das anders. Da genieße ich es, allein inmitten von endlosen Gipfelketten zu wandeln, und das hat gute Gründe.

Es gibt viele Gründe die Berge zu lieben. Einer davon ist die Abgeschiedenheit in der Natur, fern von Zivilisation und Bequemlichkeit. Dieser Umstand ist umso erstaunlicher, als die Einsamkeit nicht unbedingt den besten Ruf genießt und für gewöhnlich von uns Menschen eher gemieden als bewusst aufgesucht wird.

Am Berg scheint sich die Einsamkeit hingegen in etwas Positives zu verwandeln, etwas, das man nicht mehr entflieht, sondern gutheißt. Der Begriff der Einsamkeit ist zu Unrecht negativ besetzt, denn nicht jeder, der allein ist, muss sich darum auch gleich einsam fühlen. 

Im Gegenteil. Die Einsamkeit geht nicht selten mit einem vielfach intensiveren Erleben einher als die Geselligkeit. Es hat schon einen Grund, warum sich etliche bedeutende Denker in die Abgeschiedenheit flüchteten um dort ihre größten Meisterwerke zu erschaffen.

Stimmt schon, es ist schön mit anderen Menschen gemeinsam unterwegs zu sein. Manch einer kann deshalb auch nicht verstehen, wieso ich dort allein herum kraxele. 

Meine Gedanken dazu

Wenn ich mich in mein Auto setze, mit gepacktem Rucksack, heißem Kaffee im Becher, Musik an, Sonnenbrille auf der Nase und die Berge nach 2 Stunden im am Horizont zu sehen sind, dann geht mein Herz auf. Nicht mehr und nicht weniger. Ich bin Glücklich. Der Alltag fällt bereits jetzt hinter mir zurück und ich freue mich auf alles, was mir an so einem Bergtag begegnen wird.



Vorbereitung ist das A und O!

Keine Tour ist wie die andere und die Vorbereitung auf eine Bergtour ist – gerade, wenn man allein unterwegs ist – das A und O. Ich habe deshalb immer die wichtigsten Dinge dabei, gerade wenn es allein in die Berge geht. Nicht zu viel aber auch nicht zu wenig.

Nun geht es richtig los



Die ersten Schritte bergauf, wenn man euphorisch bereits an die Gipfelrast denkt…eine Stunde später dann gern mal Ernüchterung, weil man müde wird, so ein Plätzchen auf der Couch eigentlich ganz gemütlich und viel interessanter klingt und schlussendlich der Gipfel. All das gehört dazu. All das macht es so faszinierend.

Besonders tief scheinen die Erlebnisse der Einsamkeit, Hand in Hand mit der Natur zu sein. Allein auf einem Stein zu sitzen und den Blick über die Gipfel der Berge schweifen zu lassen, ja, das eröffnet ungeahnte Höhen des persönlichen Erlebens. 

In der Einsamkeit gibt es keine Ablenkungen, die Natur genießt nur auf diese Art unsere ungeteilte Aufmerksamkeit. Allein zu sein heißt darum auch, bewusster wahrzunehmen – etwa die Geräusche, den Duft der Alm Wiese oder des Bergwalds, die ganz unabhängig vom Menschen existieren und uns nicht zuletzt daran erinnern, worauf es wirklich ankommt im Leben.



Für mich bedeutet das Bergsteigen in den Bergen Freiheit. Ruhe. Glück.

Ich liebe es ganz bei mir zu sein. Mich auf den Weg zu konzentrieren. Die Natur um mich herum aufzusaugen. Meine Schritte, der erhöhte Puls, die schnellere Atmung. All das ist für mich die beste Entspannung, die ich kriegen kann. Ein Kurzurlaub für die Seele. Wellness für den Kopf und Freiheit für den Geist.



Und wo bleibt dabei die Angst?

Oft werde ich gefragt, ob ich nicht Angst habe so allein unterwegs zu sein. Ehrliche Antwort: aber sicher habe ich die. Ich bin jedoch dementsprechend vorsichtig und ohne Angst wird man schnell unvorsichtig.

Natürlich suche ich mir für meine Alleingänge Routen aus, bei denen ich davon ausgehe, dass ich sie mit meinem Können auch bewältigen kann. Nichts ist tragischer als Selbstüberschätzung am Berg. Das kann gut und gerne auch sehr Böse enden. Daher finde ich das mit der Angst bzw. dem Respekt vorm Berg und der Höhe auch gar nicht so schlecht. Die Angst zügelt mich und hindert mich davor Risiken einzugehen, die ich nicht mehr bewältigen kann.


Manchmal ängstigt mich auch das Alleinsein an sich. Man wandert durch einen dichten Bergwald und begegnet Stundenlang keiner Menschenseele und auf einmal knackst es im Dickicht. Da geht der Puls direkt auf 180. Alle Sinne sind geschärft und die Umgebung wird plötzlich ganz anders wahrgenommen. Solche Situationen gibt es fast bei jeder Bergtour. Diese Gedanken sind aber spätestens, wenn der Puls auf einem normalen Level angelangt ist auch vergessen und die schönen Momente überwiegen wieder.

Jede Tour ist ein Gewinn



Wenn man dann das erste Mal den Blick über die Gipfelpracht vor einem schweifen lässt. Die Sonnenstrahlen durch die Wolken brechen und das Bergpanorama erhellen. Man tief einatmet und die kalte Luft in die Lungen strömt. Das Herz ganz aufgeregt schlägt. Dann ist es das alles wert und man ist ganz bei sich.  

Für solche Momente mache ich das. Es gibt kaum etwas Schöneres. Ganz bei sich zu sein. Zufrieden, glücklich. Voller Ehrfurcht vor der Natur, einfach Frei.

Mit jeder Bergtour, die man alleine bestreitet, gewinnt man nicht nur Bergerfahrung, sondern auch Selbstvertrauen, Erfahrungen, Erlebnisse, ein Gespür für die eigenen Grenzen. Ein Stück Frieden im Herzen.


Diese Momente sind für mich eine Flucht aus unserer schnelllebigen Zeit. Ich liebe meine Heimat hier in Bayern sehr. Aber manchmal wird mir das Gedränge selbst hier auf dem Land dann doch zu viel und die perfekte Entschleunigung ist dann so ein Tag in den Bergen. Auf dem Heimweg bin ich dann zwar vollkommen erschöpft und freue mich schon riesig auf ein warmes Bad und ein warmes Bett, aber ich bin ausgeglichen, entschleunigt und tiefenentspannt. 

Diese Flucht aus dem stressigen Alltag brauche ich mittlerweile auch tatsächlich. Ein Leben ohne die Berge und ohne diese kleinen Auszeiten für mich kann ich mir heute, in unserer auf Schnelligkeit getrimmten Welt, gar nicht mehr vorstellen.  Alleine in die Berge? 

Ein ganz klares JA von mir!



PS: …und wenn man dann so einen Ausblick ganz für sich allein genießen kann, ja also ganz ehrlich: Worauf wartet ihr noch? 


Wie denkst Du darüber? Schreib es mir gerne in den Kommentar!


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