MTB-Nightride: Auf den Trails durch die Nacht - Warum du nachts Mountainbiken gehen solltest


Du hattest einen grandiosen Tag? 

Mit Biken bei Nacht verlängerst du diese Zeit noch.


Es ist kein seltenes Bild mehr in der Natur, wenn Mountainbiker in der Dämmerung unterwegs sind. Immer mehr wird es auch hier im Altmühltal zum Trend, die Nacht zum Tag zu machen und in der Dunkelheit die im Wald gelegenen Trails zu reiten. Das erfordert allerdings nicht nur ein angepasstes Fahrverhalten, sondern auch die passende Ausrüstung und gute Vorbereitung.

Meine Gründe für einen “Nightride”


Samstagabend - Ich habe gerade ins TV-Programm geschaut? 

Nur. Noch. Schrott. Nun ja, es gibt die ein oder andere Ausnahme. Aber was sollte ich bitte mit diesem angebrochenen Abend machen? Mir fällt nichts ein. So sitze ich da auf meiner Couch und der Blick fällt auf den Bike Rucksack gegenüber. Ein Grinsen zieht sich über mein Gesicht..;-))
Morgen eine Tour fahren – warum bis Morgen warten?
Keine Wanderer. Keine Hunde. Keine Kühe. Und auch keine lästigen Fliegen und ablenkenden Aussichten. Fokussiert fahren geht nicht besser. Na ja – vielleicht der grandiose Sternenhimmel, der es Wert wäre mal eine Pause einzulegen.

Beim Nachtbiken mache ich alles wieder zum ersten Mal. 


Denn nichts verändert die Sinne derart wie pure Dunkelheit. Auch wenn sie mit dem Lichtstrahl einer Bike- und Stirnlampe durchbrochen wird.

Während meine Gründe für den “Nightride” wohl nachvollziehbar sind, sehen Naturschützer die nächtlichen Ausflüge von uns Nachtbikern natürlich weniger gerne. Da es sich bei den meisten Nightrides der Biker in Wahrheit eher um Touren in der Abenddämmerung handelt, könnten Wildtiere, die zu dieser Tageszeit aktiv sind, gestört werden. Werden bestimmte Bereiche in der Abenddämmerung regelmäßig befahren, besteht auch die Gefahr, dass sich das Verhalten der Tiere langfristig verändert. Besonders im Hinblick darauf, dass der Lebensraum für Wildtiere in Deutschland immer knapper wird.

Ich fahre deshalb nicht in der Morgen- oder Abend Dämmerung, sondern erst wenn es komplett Nacht ist. Was im Sommer länger als im Frühjahr oder Herbst dauert. So kann es schon mal passieren, dass ich auch erst mal um Mitternacht starte.

Hinsichtlich der Wildtiere ergibt sich nachts noch eine weitere Problematik. Hat man starke Scheinwerfer, bekommt man mitten im Wald die gleichen Probleme wie ein Autofahrer. Wird ein Reh vom Licht geblendet, bleibt es starr stehen und ist unfähig, sich zu bewegen. Kollisionen sind also jederzeit möglich, und so ein Reh ist kein Leichtgewicht, also Augen auf!

Mountainbiken bei Dunkelheit macht erst richtig Spaß, wenn Ausrüstung und Fahrweise optimal aufeinander abgestimmt sind. Ich verrate Dir, auf was Du bei Deinem ersten "Nightride"achten solltest.


Hier meine 10 Tipps!



1. Nicht übertreiben

Plane so, dass Du zu 100 % sicher nach Hause kommst. Reize also den Lampen Akku nicht bis aufs Äußerste aus, sonst stehst Du womöglich hilflos im dunklen Wald. Bedenken auch Deinen eigenen Akku: In der Kälte der Nacht ermüdest Du schneller als an einem warmen Sommertag. Nimm genug Flüssigkeit und Nahrung mit. Ersatzschlauch, Pumpe, Bike-Tool, Handy, Erste-Hilfe-Set etc. sind selbstverständlich immer dabei.


2. Verhalten im Straßenverkehr

Solltest du einmal auf Deiner Tour mit deinem Licht in den Straßenverkehr kommen, dann richte den Lichtkegel knapp vor dein Vorderrad und dimme die Lampe auf die kleinste Stufe ab, um Autos nicht zu blenden.


2. Richtig ausleuchten

Perfekt ist aus eigener Erfahrung, eine Kombination aus Helm- und Lenkerlampe, um sowohl bodennahe Hindernisse in einem flachen Winkel anzustrahlen als auch „durch die Kurve“ leuchten zu können. Denke auch an Ersatz Akkus auf längeren Touren.


3. Achtung, Wildwechsel

Im Wald solltest du bedenken, dass Wildtiere in der Dämmerung aktiv sind. Fahre nie in Wege hinein, die zu einem Hochstand oder einer Wildtierfütterungsstelle führen. Wenn du reflektierende Augen leuchten siehst, bewege den Lichtkegel davon weg. Geblendete Tiere bleiben nämlich stehen. Wenn Wildtiere deinen Weg kreuzen, halte sofort an und warte eine kurze Zeit. Es kann sein, dass weitere Tiere folgen. Diese könnten sonst in dein Rad laufen, was meist für Dich und Dein Bike nicht so gut ausgeht.


4. Gehört werden

Verhalte dich im Wald ruhig etwas lauter als am Tag, es wird dich niemand hören – in der Regel..;-). Doch hören dich die Tiere etwas früher, und können sich zurückziehen, bevor du sie aufschreckst.


5. Geschwindigkeit anpassen

Auch wenn der Geschwindigkeitsrausch noch so verlockend ist, keiner fährt bei Nacht genauso schnell wie am Tag. Auch mit den besten Lampen ist Deine Sicht doch eingeschränkter: Kontraste sind schlechter wahrnehmbar, Hindernisse wie herabhängende Äste tauchen „plötzlicher“ auf. Reduziere Deine Geschwindigkeit entsprechend, so dass Du jederzeit und sicher reagieren-ausweichen-bremsen kannst.


6. An die Nacht gewöhnen

Gib Deinen Augen ein wenig Zeit, um sich an die Dunkelheit und das veränderte Wahrnehmen etwa von Kontrasten zu gewöhnen. Also: gemütlich losfahren und nicht gleich sofort in den steilen, verblockten Trail einbiegen. Für Deinen ersten Nachtritt solltest Du Dir auch eine Vollmondnacht aussuchen. So kannst Du Dich herantasten.


7. Auf Blick fahren

Nutzen es aus, dass Deine Helmlampe jeder Kopfbewegung folgt. Schau also möglichst früh nicht nur mit den Augen, sondern mit einer bewussten Kopfbewegung in die Kurve hinein und dann ab dem Scheitelpunkt aus der Kurve heraus nach vorne. Der Lichtkegel weist Dir auf diese Art automatisch den Weg.


8. Unbekannte Wege meiden

Unbekannte, Zugewachsene oder auch bekannt verschlammte Wege und extreme Trails, sind schon bei Tag eine Herausforderung. Bei Nacht können sie richtig gefährlich werden. Vermeide zudem Experimente und fahre lieber auf den Wegen, die Du kennst. An wichtigen Wegweisern ist man im Dunklen nämlich schnell mal vorbeigerauscht, und generell fällt die Orientierung bei Nacht schwerer als am Tag.


9. Strom sparen

Wenn Du einen langen, breiten Wald- oder Radweg genüsslich dahin flowst, muss es nicht die hellste Leuchtstufe Deiner Lampe sein. Dimme Deine Lampen also entsprechend der fahrtechnischen Herausforderung und der Geschwindigkeit. Klar ist aber auch: Je schneller und je ruppiger der Trail, desto mehr Licht ist auf der Strecke angesagt.


10. Abstand halten

Du fährst nachts gerne zu zweit oder in der Gruppe? Dann halte mehr Abstand als am Tag. Dein Lichtkegel irritiert sonst vielleicht den Vordermann, zudem ist ein wenig mehr Sicherheitsabstand (siehe Punkt 3) generell in der Nacht ratsam.



Überhaupt gilt: Nachts lieber auf Waldautobahnen, Radwegen oder leichten Trails unterwegs sein, die Du kennst und auch am Tag schon gefahren bist!
Ein Nachtfahrverbot für uns Mountainbiker in Wäldern gibt es bisher meines Wissens nicht in Deutschland.

Über meine Homepage kommst Du auf Komoot und Outdooraktive. Dort findest Du einige Touren die auch fürs Nachtbiken im Altmühltal geeignet sind.

Verhalte Dich aber immer Fair zu Tier und Natur und nimm Rücksicht!


Hast Du Fragen zum Nachtbiken oder über das Altmühltal? So schreib mir einfach eine Nachricht, oder hinterlasse einen Kommentar.

Jetzt wünsche ich Dir noch eine Unfallfreie Tour und viel Spaß!

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