Standartobjektive auf der Sony A6000? Ist doch nichts – oder etwa doch?

Meine Erfahrung mit dem Objektiv Sony E 16-50mm f/3.5-5.6 PZ OSS


Im letzten Beitrag habe ich euch ja von meiner Kaufentscheidung zur Sony A6000 berichtet.
Heute geht es um das Kit-Objektiv, das Sony E 16-50mm Pancake-Zoom. Ein APS-C-Objektiv, das sehr klein und vielseitig ist, sowie um das Telezoom 55-210.

Sony Alpha 6000 mit KIT Objektiv 16-50

Sony Alpha 6000 mit Kit Objektiven

Das Sony E 16-50mm f/3.5-5.6 PZ OSS halte ich für ein recht interessantes Objektiv.

Normalerweise ist ein Kit-Zoom deutlich größer. Hier hat Sony es aber geschafft ein APS-C-Standardzoom in ein sehr kleines Gehäuse zu bringen und dennoch einen ordentlichen Zoombereich einzuhalten.
Der Brennweitenbereich entspricht also 24-75mm am Kleinbild, die Blende einer Freistellung von f/5.0-8.0 am Kleinbild. Gerade die 24mm Weitwinkel gefallen mir sehr gut und machen das Pancake-Zoom zu einem kleinen praktischen Begleiter.

Das Objektiv ist nur 30mm lang, wiegt 116g und hat die etwas ungewöhnliche Filtergröße von 40,5mm. Es ist also klein, leicht und flach und verdient die Bezeichnung Pancake.
Es gibt einen Ring am Objektiv für Fokus oder Zoom und es gibt einen Schiebeschalter an der Seite für den Zoom.

Um ein APS-C-Zoomobjektiv entsprechend 24-75mm in so ein kleines Gehäuse zu bekommen, bedarf es natürlich einiger Kompromisse. Das stellt man spätestens dann fest, wenn man den Objektivtest bei Photozone liest. Das klingt auf den ersten Blick wirklich nicht so toll.

Es ist aber in der Praxis tatsächlich nicht besonders schlimm. Denn das Objektiv wurde absichtlich für elektronische Korrekturen ausgelegt, um es so kompakt zu bekommen. Mit den Korrekturen (in der Kamera werden sie automatisch vorgenommen und in ACDSEE oder Lightroom ist ein entsprechendes Objektivprofil vorhanden, was man unbedingt anwenden sollte), also mit den Korrekturen sind die Fotos dann ganz schön anzusehen.
Die Verzeichnung und Vignettierung sind auf einmal kein Thema mehr. Was bleibt sind saubere und scharfe Bilder, nur an den Bildrändern bei Offenblende lässt die Schärfe etwas nach, was ich aber nicht als sehr schlimm empfinde. Die Bildqualität geht also aufgrund der automatischen Korrekturen in Ordnung.

Die Lichtstärke von f/3.5 bei Weitwinkel und f/5.6 bei Tele-Stellung ist natürlich nicht besonders hoch, aber bei solchen Objektiv durchaus normal und auch noch ausreichend. Außerdem hat das Pancake-Zoom einen OSS-Stabi eingebaut, sodass etwas längere Belichtungszeiten ohne Stativ gut realisiert werden können. Für richtig lange Belichtungszeiten empfehle ich dann doch auf ein Stativ zurück zu greifen.

Die Naheinstellgrenze ist mit 23cm erfreulich kurz und so lassen sich auch Bilder mit Bokeh im unscharfen Hintergrund erstellen. Die 7 abgerundeten Blendenlamellen werden durch die geringe Lichtstärke etwas eingeschränkt, doch wir reden hier ja auch nicht von einem Kleinbildobjektiv. Insgesamt ist das aber durchaus brauchbar.

Fazit:

Ich finde das Sony 16-50 Pancake-Zoom ist eine gute günstige Ergänzung zur A6000. Das Objektiv ist sensationell kompakt und hat einen sehr praktischen Brennweitenbereich. Damit ist eigentlich auch schon alles zum Objektiv gesagt: klein und ein sehr nützlicher Zoombereich. Die (korrigierte!) Bildqualität geht in Ordnung und der OSS-Stabi leistet sehr gute Arbeit. Das einzige was vielleicht fehlt ist eine Gegenlichtblende, die ist leider von Sony nicht lieferbar.


Doch kommen wir nun zum Sony Zoomobjektiv E 55-210mm f/4.5-6.3 OSS

Sony Alpha 6000 mit 55-210 eingefahren

Sony Alpha 6000 mit 55-210 ausgefahren

Ein Teleobjektiv ist meistens groß und schwer. Das kleine Sony E 55-210 ist durchaus handlich und leicht. Aber kann es auch vernünftige Bilder liefern?

Das Consumer-Tele von Sony für APS-C M-Kameras bekommt man im Laden schon für 265 Euro. Es handelt sich um ein APS-C-Objektiv, äquivalent zu 83-315mm f/6.3-9. Das Objektiv ist für ein Tele erstaunlich kompakt und leicht. Es ist 108mm lang, hat ein 49mm Filtergewinde und wiegt 345 Gramm!. Besonders lichtstark ist das Objektiv dafür aber nicht. Am kurzen Ende hat es f/4.5 und am langen Ende f/6.3. Die Naheinstellgrenze beträgt 1m.

Das Sony E 55-210 hat ein schlichtes, aber funktionales schwarzes Kunststoffgehäuse. Wie auch bei anderen Sony E/FE Objektiven gibt es keine Schalter und keine Entfernungsskala. Das hat auch damit zu tun, dass der Fokusring mechanisch entkoppelt ist und elektronisch angetrieben wird. Sony baut inzwischen bei neueren FE Objektiven einen Schalter ein um den Stabi (OSS) ein- und auszuschalten, aber bei diesem Objektiv muss man das im Menü der Kamera machen, wenn es nötig ist. Das schlichte schwarze Layout des Objektivs finde ich eigentlich ganz schick.

Sony E 55-210mm f/4.5-6.3 OSS mit Gegenlichtblende


Das Tele Zoom hat keine ausgeprägten Abbildungsfehler (nach elektronischer Korrektur) und die Schärfe geht für diese Preisklasse in Ordnung.

Das Bokeh ist auch durchaus brauchbar. Natürlich kann die Bildqualität nicht mit einem Sony GM 70-200/2.8 mithalten, aber das war auch nicht meine Erwartungshaltung. Schließlich wiegt das 70-200 mehr als viermal so viel wie das 55-210 und kostet tatsächlich knapp zehnmal so viel.
Auch wenn das Sony E 55-210 nur ein günstiges kleines Tele ist, so merkt man doch die Moderne optische Konstruktion. Die Detailschärfe ist absolut brauchbar und das Objektiv liefert durchaus annehmbare Bilder.

Sony E 55-210mm f/4.5-6.3 OSS


Sony E 55-210mm f/4.5-6.3 OSS


Außerdem hat man den enormen Vorteil, kaum etwas schleppen zu müssen. Dieses kleine Tele ist so handlich, dass es keinen Grund gibt das Objektiv zuhause zu lassen. Es passt locker in die Fototasche und ist nicht ein Klotz wie so manches größeres Tele. Damit hat man den Telebereich gut abgedeckt, was gerade auf Urlaubsreisen oder in den Bergen eine praktische Sache ist.

Fazit:

Ich finde das Preis-Leistungsverhältnis vom Sonys E 55-210 sehr gut. Wer allerdings richtig hohe Ansprüche an die Bildqualität hat, sollte zu einem hochwertigeren Objektiv greifen, aber dann auch bereit sein mehr zu zahlen und zu schleppen.

Mein 3. Objektiv wird wohl das Ultraweitwinkel Samyang 12mm 2.0 werden, das ich für Lowlight und Sternenhimmel Fotos nutzen werde.

Kommentare