2020 - Trend zum Urlaub? Warum ich keine Fernreise mache!


Neues Jahr, neue Fernreisepläne? Muss das sein?




Ferien zu Hause im eigenen Garten auf der Terrasse oder in den Bergen.
Schön, dass das jetzt offiziell im Trend liegen soll.

Meine Freunde sagen, wenn man Island mag, sollte man unbedingt einmal auf einem Islandpferd über die Insel geritten sein. Man sollte im Zelt ein Dosenbier getrunken haben und dabei auf den schwarzen Strand und das Meer hinausgeschaut haben, und man sollte ein Foto der großartigen Wasserfälle im Gepäck haben.

Ich finde, das klingt alles sehr schön.

Aber ich werde trotzdem nicht nach Island fahren - und auch nicht nach La Gomera, nicht nach Sri Lanka oder Südamerika.Stattdessen werde ich zu Hause bleiben, in Bayern im Naturpark Altmühltal in meinem Haus mit Garten und Terrasse.




Im Frühjahr mit dem Mountainbike die Trails im Altmühltal hinunterreiten und im Sommerurlaub ein paar Tage nach Italien ins Trentino fahren, um wieder auf dem einen oder anderen Berggipfel zu Biwakieren, mich an der Schönheit der Natur dort oben zu erfreuen und unter Millionen Sternen zu schlafen, und das alles ohne große Eile, Hektik und Stress.







An dieser Stelle möchte ich jedoch festhalten, dass es keineswegs so ist, dass ich Dosenbier und Zelte oder das Meer und ferne Länder nicht mögen würde. Das Gegenteil ist der Fall.

Es ist auch nicht so, dass mir irgendwann einmal schlimme Ferien die Lust auf eine Fernreise verdorben hätten. Ich bin sehr oft über den großen Teich geflogen und mit Zelt und Auto von Nationalpark zu Nationalpark gezogen.






Es ist vielmehr so:

Ich glaube das es in Zeiten der globalen Erwärmung, des Wandels unserer Gesellschaften und den Diskussionen zum Klima in der Öffentlichkeit und den Medien, Zeit wird selbst aktiv zu werden und sein Verhalten einmal zu überdenken. Und nicht nur Berichte dazu in den Medien zu lesen.

Jetzt wird der ein oder andere von euch sagen – aber das eine mal, ich allein, einmal nach Thailand oder über den Teich für zwei Wochen – was schadet das schon der Umwelt?

Genau das gleiche Denken haben aber auch Millionen anderer Menschen 
auf diesem Planeten - Leider!

Und schon war es das wieder mit dem guten Willen. Man könnte auch sagen, die eine Plastiktüte, was macht die schon aus? Habt ihr euch schon mal überlegt woher die anderen Millionen Plastiktüten im Meer kommen?

Flugscham

Man macht sich ja nun vor jeder Flugreise über seinen ökologischen Fußabdruck schon seine Gedanken.


Spätestens seit Greta Thunberg ist zu den Urlaubs-spezifischen Gefühlen wie "Reisefieber" und "Fernweh" die "Flugscham" hinzugekommen, und ist sich auch wegen der Nachrichtenanlage nicht mehr ganz sicher, ob man wirklich noch nach Thailand, Ägypten oder in die Türkei fliegen sollte.

Und dazu kommt noch eine andere Überlegung.

Seit einigen Jahren haben viele Orte mit etwas zu kämpfen, das sich "Overtourism" nennt. Das Wort wird benutzt, wenn zu viele Touristen an denselben Ort fahren. Venedig leidet zum Beispiel unter Overtourism oder auch die Galapagosinseln.

Von einigen besonders schönen Orten wie Lissabon oder bestimmten Straß in Paris hört man, dass die Bewohner dort einen regelrechten Hass auf die Massen an Besuchern entwickelt haben, die zu jeder Tages- und Nachtzeit dort für Instagram und Urlaubsfotos posieren. Besonders schlimm ist es aber auch auf Island. Dort kommt inzwischen auf jeden vierten Einwohner ein Tourist!


Ich habe gelesen, dass Overtourism demnächst noch zunehmen werde, weil gerade für viele Menschen in China und Indien Urlaubsreisen zur Selbstverständlichkeit und bezahlbar werden.

Aber zurück zum Reisen 2020

In Früheren Zeiten war Reisen ein Abenteuer, es gab noch keine Reisebüros, in denen man alles Pauschal buchen konnte. Die Straßen und Wege waren noch nicht so gut erschlossen und ausgebaut, man ist auch nicht 3- oder 4-mal im Jahr verreist, sondern höchstens ein mal. Und man hat sich dafür vor allem eines genommen – Zeit – Zeit für die Anreise, Zeit für die Tage am Urlaubsort – und Zeit für die Abreise.





Heute muss alles nur noch schnell gehen. Schnell an den Urlaubsort, schnell auf die 5 Berggipfel um den Ort mitnehmen– man möchte ja seinen Freunden und Bekannten erzählen das man alle 5 Gipfel auf einmal geschafft hat– und danach nur schnell wieder nach Hause, da am Montag die Arbeit wieder beginnt und man vorher auch noch so viel zu erledigen hat. Ja - eine Woche ist schnell vorbei...;-)

Wo bitte schön bleibt da denn dabei die Erholung?

Na, zu Hause auf der Terrasse bei einem Buch und einem kühlen Bier unterm Sonnenschirm.



Auf nach Balkonien

"Urlaub auf Balkonien" nannte man das früher, und in dem Ausdruck schwang immer eine Spur von Mitleid mit. Urlaub in der Ferne war und ist schließlich mehr als eine Reise. Für manche Menschen war und ist es ein Statussymbol, für andere eine Selbstverständlichkeit und für den Rest ein großes Abenteuer.

Die rechten Nachbarn machen Urlaub auf den Kanaren. Die links davon reisen nach Mallorca. Und die Arbeitskollegin fliegt nach Thailand und schwärmte danach von den Stränden dort - wo Thailänder in aller Früh noch schnell die Plastiktüten vom Strand sammeln.

Für „Balkonien Urlauber“ hatte die Welt lange Zeit nur Verwunderung oder Mitleid übrig.

Ich finde darum, wenn man Island wirklich mag, sollte man unbedingt einmal durch das nächstgelegene Naturschutzgebiet seiner Heimat gewandert sein, man sollte sich die Naturwunder der Alpen ansehen, auf seiner eigenen Terrasse oder dem Balkon Bier trinken und dabei auf die Bäume im Vorgarten schauen, ein Buch lesen oder Musik zu hören und zu Hause bleiben und das Leben genießen.


Das klingt doch nach dem perfekten Urlaub, finde ich


Wie ist es bei euch?
Wo verbringt Ihr euren Urlaub 2020?
Schreibt es mir einfach mal in die Kommentare!

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