Sonnenuntergang mit Logenplatz, Sterne schauen von der eigenen Warte aus bei völliger Einsamkeit

Eine Übernachtung im Biwak hat so einiges zu bieten

Sonnenaufgang

In Berghütten herrscht meist Trubel und Ruhe sucht man vergebens. Deshalb stand mein Entschluss schon fest heuer wieder einmal auf dem Berg zu Übernachten. In einem Biwak oder nur draußen mit Isomatte und Schlafsack.

Sonnenuntergang Marmolada

Kochen muss ich mir im Biwak zwar selber etwas, aber das macht das Ganze noch viel idyllischer.

Ein Gaskocher, ein Topf, Wasser, Suppenwürfel, Nudeln, eine Salami und ein paar Scheiben Brot, fertig ist das Festmahl.
Kein Geräusch weit und breit - außer vielleicht ein rauschender Bach oder ein Vogel im Wind. Schlafen wirst du nach einer langen Tour hervorragend und der nächste Morgen könnte frischer und schöner nicht sein.

Zimmer für die Nacht

Auf gehts ins Biwak


Ich starte also nach meiner letzten Nacht in Soraga di Fassa zum Fedaia Pass an der Marmolada.

Am Stausee stelle ich das Fahrzeug ab und gehe über die Straße Richtung Bivacco Bontadini.

Parkplatz am Fedaia Stausee

Langer Weg bei 27 Grad Temperatur

Das Bivacco Bontadini befindet sich am östlichen Ende des Padon-Kamms. Auf 2550 Meter finden Wanderer und Bergsteiger hier einen Unterschlupf.

Die "Via Ferrata delle Trincee" führt auch direkt an der Biwackschachtel vorbei.

Bivacco

Nach dem ich zeitlich sehr gut in Plan liege gehen die ersten Höhenmeter bis zur Bergstation wo im Winter die Skifahrer mit dem Sessellift hoch fahren. Wenn man bedenkt das ich alles incl. Wasser bei 30 Grad Außentemperatur im großen Trekkingrucksack dort hoch schleppe, braucht man dafür schon einen besonderen Anreiz.

Rifugio

Rifugio

Bei der Bergstation mache ich erst einmal Rast und Esse noch einmal Typisch Italienisch Pasta.;…-)

Gegen 15 Uhr starte ich die letzten Höhenmeter Richtung Biwak.

Ziel der Tour

Sollte ich heute Nacht Besuch bekommen?

Dort komme ich um 16:30 an und mache erst mal innen klar Schiff. Bin wohl der erste nach dem Winter hier oben, da noch Abfall herum liegt und der Besen hatte auch schon lange keinen Einsatz mehr.




Nach dem ich mich Wohnlich eingerichtet habe, und die ersten Fotos im Kasten sind, fängt es leider zu Regnen und Hageln an. Also erst mal eine Tasse Caffè machen und was zum Essen machen, bevor es in den Schlafsack geht. Die Nacht wird kurz, da ich den Wecker für die Fotos auf 00:30 gestellt habe.






Es hat dann doch noch etwas aufgeklart und so bekomme ich noch das ein und andere Foto vom Sternenhimmel auf die Speicherkarte.






Nach einer kurzen Nacht erwartet mich dann ein umso schönerer Sonnenaufgang

Einfach UNBESCHREIBLICH!!









Jetzt noch etwas Frühstücken und dann ab ins Tal. Auf dem Weg dorthin begegnet mir noch ein Fuchs der sich anscheinend sein Frühstück sucht und ein Murmeltier, das die ersten Sonnenstrahlen des Tages genießt.




Solche Augenblicke sind es die ich in den Bergen so Liebe

Meine Sachen sind dann ruck zuck im Auto verstaut. Nach dem ich mich im Stausee noch kurz gewaschen habe,  bin ich auch schon unterwegs zu meinem nächsten Ziel – Lazise am Gardasee.

Hier noch ein paar Fakts über Biwaks für euch


Was ist eine Biwackschachtel?

Die meisten Biwakschachteln stehen – ihrer Funktion als Notunterkunft gerecht werdend – jedem zur Benutzung offen. Doch Achtung: Kann man sich auf diese Regel in den West- und Südalpen verlassen, gibt es in den deutschsprachigen Alpenländern mitunter kleine „Selbstversorgerhütten“, die zwar auf den ersten Blick wie eine Biwakschachtel anmuten. Von den betreuenden Alpenvereinssektionen werden sie jedoch wie Winterräume behandelt und sind zum Teil nur mit einem sogenannten „AV-Schlüssel“ zugänglich. Diesen muss man im Vorhinein bei der jeweiligen Sektion ausleihen, sonst steht man womöglich vor verschlossener Tür.

Einrichtung von Biwakschachteln

Was die Ausstattung und Einrichtung von Biwakschachteln angeht, gibt es keinen alpenübergreifenden Standard. Die Bandbreite reicht von spartanischen Hüttchen mit einigen durchgelegenen Matratzen für vier bis sechs Personen bis hin zu luxuriös ausgestatteten Biwakhütten mit eigenem Ofen, vollwertiger Küchenausstattung und Solarzellen am Dach, die mehr als zehn Bergsteigern oder Kletterern Unterkunft bieten.
Doch auch diese Ungewissheit macht einen Reiz bei Übernachtungen in Biwakschachteln aus – man weiß nie so genau, was einen erwartet, wenn man die jeweilige Notherberge nicht schon kennt!
In einer Biwakschachtel zu übernachten, ist ein ganz besonderes Erlebnis. Kein Wunder bei all der wilden Romantik, die man hier erfährt. Diese Biwaks unter 2.600 Höhenmetern sind geradezu perfekt, um eine Nacht weg von der Zivilisation und doch im Schutze von 4 Wänden zu verbringen.

Regeln zur Benutzung von Biwakschachteln

Damit einhergehend stellt sich gleich noch die Frage nach den Regeln, die Du bei der Benutzung einer Biwakschachtel beachten solltest:

Hinterlasse die Biwakschachtel so, wie Du sie vorgefunden hast! Wenn Besen vorhanden, dann ausfegen; Decken zusammenlegen; Küchenecken aufräumen und Ess-Utensilien reinigen.

Biwakschachtel wetterfest verrriegeln! Da im Hochgebirge gelegene Biwakschachteln oft auch im Hochsommer von Schnee und Eis heimgesucht werden, solltest Du Fenster und Türen zu jeder Jahreszeit sorgfältig verriegeln.

Speziell bei hochalpinen Biwaks: Nahrungs- und Brennstoffvorräte auffüllen! Hast Du auf einer Biwakschachtel Gas oder Benzin verbraucht oder Dein Abendessen mit von anderen Bergsteigern übrig gelassenen Nahrungsmitteln aufgebessert? Dann freuen sich andere Bergsteiger und Kletterer, wenn Du beim nächsten Besuch selbst etwas mitbringst und hinterlegst.

Aber Vorsicht: Schnell heißt es in diesem Fall „Zu viel des Guten!“ Sind also schon reichlich Lebensmittel vorhanden, solltest Du nicht zu spendabel sein. Das sorgt nur für verdorbene Lebensmittel und/oder lockt Schädlinge an.

Wasser auf Biwakschachteln

Nichts ist schlimmer, als ohne Getränkevorräte auf einer hoch gelegenen Biwakschachtel anzukommen und festzustellen, dass es in der Nähe kein Wasser gibt. Informiere dich also vorher wie es damit bestellt ist.

Mein Fazit zum Thema Biwakschachteln in den Alpen

Biwakschachteln erfüllen eine Vielzahl von Zwecken: Sie sind Notunterkunft, dienen als geplante Übernachtungsorte auf einer Weitwanderung oder sind gar Ziel einer Bergunternehmung. Wer ein paar Regeln beachtet und bei der Planung Glück hat, kann sich auf unvergessliche Outdoor-Erlebnisse in den Bergen freuen. Und besser als ein Zelt bei Unwettern sind diese allemal.

Das Video dazu unter: Video zum Beitrag

Ich hoffe wir sehen uns wieder am Gardasee!...;-)

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