Kletterabenteuer im Zillertal - Ferrata Gerlossteinwand

Klettersteig Gerlossteinwand (2166m) Zillertal


Die Gerlossteinwand ist ein massiver sperriger Felsklotz oberhalb von Hainzenberg im Zillertal. Bereits bei der Anfahrt ins Zillertal fällt einem die markante Gerlossteinwand auf.



Die Gerlossteinwand erfreut die Wanderer mit einem herrlichen Ausblick vom Olperer über die Reichenspitzgruppe hinüber ins "Salzburgerische" und weiter zum Rofan im Norden.

Doch auch für uns Klettersteiggeher hat sie etwas Tolles zu bieten.





Durch die Nordwand der Gerlossteinwand führt ein anspruchsvoller Klettersteig -
Schwierigkeit bis D, mit teils überhängende Passagen!


Am 3. Tag meines Kurzurlaubes habe ich mir also nun einen Klettersteig vorgenommen, den ich vor 3 Jahren schon einmal gemacht hatte. Nach einem ausgiebigem Frühstück zur Stärkung fahre ich also noch einmal ins hintere Zillertal Richtung Gerlospass und erreiche nach wenigen Kilometern die Gerolsteiner-Bahn in Hainzenberg.
Die Gondelbahn bringt die Wanderer und Klettersteiggeher hinauf zur Bergstation Gerlosstein auf (1620m).

Abweisend, eindrucksvoll ragt der Gerlosstein schon von unten auf, oben ist bereits das große Gipfelkreuz – mein Ziel an diesem Tag – sichtbar.

Nach dem ich meinen Kletterrucksack gepackt, die Bergstiefel angezogen und noch einen Ausrüstungscheck gemacht habe, geht es auch gleich mit der nächsten Seilbahn und ein paar Wanderern zur Bergstation hoch.

Schon wieder bin ich also in diesem Klettersteig.

Oben an der Bergstation auf 1620 Meter angekommen, wandere ich langsam zum Einstieg hoch.


Auch wenn die Wand nur im Schatten liegt ist doch das Panorama darauf schon den Besuch Wert und an diesem sonnigen wirklich warmen Tag bin ich froh, das es ein Nordwandsteig ist. Der Klettersteig liegt fast immer im Schatten und nach Regenfällen hält sich die Nässe im Fels. Da sollte man dann schon erhöhte Vorsicht walten lassen.

Der Zustieg ist einfach und von der Bergstation in 30 – 45 Minuten ohne Kräfteverlust schnell hinter mich gebracht. Am Einstieg angekommen sind an diesem Sommermorgen nur noch ein Pärchen aus Österreich mit ihrer Tochter und ein Paar aus – man glaubt es kaum – England/Wales -  als Klettersteiggeher vor Ort.


Die beiden Engländer habe ich gestern schon an der Ahornspitze getroffen und so war es ein regelrechtes Deschawü.

Nach dem ich mein Klettersteigset angelegt und alle Karabiner und Gurte überprüft habe, warte ich erst einmal ab bis die drei Österreicher ein Stück in die Wand eingestiegen sind. Dann steige auch ich gemütlich in die Wand ein.


Trotz der vielen Klammern kann man auch im Fels viele Griffe und Tritte verwenden. Wie alle Klettersteige im Zillertal ist auch dieser hervorragend gesichert und in Top Zustand. Bei der Kletterei findet man von Platten, kleinen Überhängen bis hin zu einem Kamin alles was das Herz begehrt. Oft sind bei glatten Stellen wie gesagt Eisentritte gebohrt, ansonsten müssen die natürlichen Felstritte verwendet werden, was mir sehr entgegen kommt. Da macht es gleich noch mehr Spaß.
Der Bizeps wird im gesamten Steig schon gefordert, was man in Anbetracht der Kletterlänge nicht unterschätzen sollte.


Schnell komme ich voran sodass ich die Familie aus Österreich im unteren Drittel des Steiges einhole und locker bis zum Ausstieg mit vielen Video und Bilderstopps durchklettern kann.

Eindrucksvoll ist vor allem dann oben der Blick auf das vordere Zillertal und die umliegende Gipfelwelt der Zillertaler und Tuxer Alpen, das mir am Gipfel förmlich zu Füßen liegen.




Nach einer ausgiebigen Rast und nicht ohne noch das ein oder andere Foto zu machen, gehe ich nach gut einer Stunde den Rückweg über die Ostseite des Gerlosstein an. Unterwegs habe ich noch eine Familie aus Deutschlands Norden getroffen die mit ihren beiden Kindern eine Wanderung auf den Gipfel unternommen haben. Die beiden Kinder sind ebenfalls im Alpenverein und der Mann Botaniker. So ist der Abstieg durch eine Nette Unterhaltung, bei der ich gleich noch einiges über die Flora und Fauna der Zillertaler Bergwelt gelernt habe schneller als gedacht gemacht.
So macht eine Bergtour Spaß!

Nach dem wir in der Bergstation angekommen sind, setzten wir uns noch kurz auf der schönen Terrasse zusammen um die tolle Aussicht zu genießen und uns mit einer guten Brotzeit zu stärken.
Danach fahre ich mit der Seilbahn wieder zurück zur Talstation.

Das Video zur Ferrata findet ihr hier: Video Klettersteig



Charakter:

Schwierigkeitsgrad: D

Zustieg: 45 Minuten

Kletterlänge: 380 Meter

Höhenunterschied: 260 Meter

Lage: Nordwandsteig

Gipfelhöhe: 2166 Meter

Klettersteigzeit: ca.1,5 – 2,5 Stunden

Abstieg: Bergwanderung

Fazit:

Ein TOP Klettersteig mit schöner Aussicht und kurzem Zustieg im Zillertal

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