Bergabenteuer – Im Reich der Alpensalamander

Es wurde wieder einmal Zeit dem Alltag zu entfliehen und vor ein paar Jahren hatte ich die Kreuzspitze schon einmal in meine Tourenplanung aufgenommen.




Die Bergtour auf die Ammergauer Kreuzspitze ist eine zumindest im Hochsommer recht ambitionierte und schweißtreibende Tour. Um so mehr hatte ich Glück, das es an diesem Tag in der Nacht stark geregnet hatte und die Wolken die Temperatur am Vormittag auf angenehmen 18 - 22 Grad hielten.


Der Start


Morgens um 04:00 Uhr starte ich also in Richtung Garmisch. Auf der Autobahn A9 war an diesem Morgen und um diese Uhrzeit noch nichts los und so verlief die Fahrt recht angenehm. In Oberau biege ich in Richtung Graswangtal nach rechts ab. Hier fängt es noch einmal kurz an zu regnen, aber kurz nach Ettal löst sich plötzlich der Regen wie von Geisterhand wieder auf. Für den Fall der Fälle hatte ich mir ja Regenzeug eingepackt.

Es geht nun weiter in Richtung Reutte, vorbei an Schloss Linderhof bis zur deutsch-österreichischen Grenze, wo ich das Auto auf der linken Seite vor der Serpentinen-Kurve an einem Parkplatz um 06:20 abstelle. Ein paar Autos stehen hier schon, doch es ist noch genügend Platz vorhanden. In der Hauptwandersaison kann man hier schon einmal Pech haben und es gibt keinen freien Parkplatz mehr - Der frühe Vogel fängt den Wurm...;-)

Der Aufstieg



Der Weg zur Kreuzspitze startet gut beschildert direkt am Parkplatz und geht zunächst durch das breite aber trockene Flussbett des Neualmbachs. Anschließend geht es leicht ansteigend durch den Bergwald. Nur ein paar Restwolkenfelder vom letzten Regen hängen magisch im Ammerwaldtal.


An diesem Morgen dachte ich eigentlich, nicht viele Fotomotive zu finden, da es ja die Nacht davor stark geregnet hatte. Das war weit gefehlt. Die Wanderung durch den feuchten Bergwald offenbarte mir so viele schöne Motive. Angefangen von den Wassertropfen auf den breiten Grashalmen, die von der Seite betrachtet, ein wunderschönes Bild mit der Berglandschaft im Hintergrund abgaben, bis hin zu den unzähligen – ja ich hatte irgendwann aufgegeben sie zu zählen – Bergsalamandern die es sich neben und direkt auf dem Wanderweg bequem gemacht hatten.


Manche saßen nur da, ohne irgendeine Bewegung zu machen – die warteten wohl auf die Morgensonne. Wieder andere vollführten „Ringkämpfe“ mit einem Artgenossen, wohl um die Liebste zu beeindrucken. Oder waren es schon Paarungen?

Nun genau konnte man das nicht sagen und ich habe auch nicht nachgefragt – oder geschaut….;-)

In einer Schneise angekommen, windet sich der Steig in Serpentinen, immer Zickzack, nun sehr steil nach oben bis ich den Fuß des Hochgrießkars erreicht habe. Auf der linken Seite kann man dabei einen sehr schönen Wasserfall erspähen und wenn man Glück hat auch ein paar Gämsen sehen.


Kurz nach dem Kar wartet eine kleine Kletterstelle, die aber kaum der Rede wert ist. Nach etwa 2,0 Stunden ist schon das Schwarzenköpfel (1897 m) erreicht – der erste Gipfel ist zwar eher ein Gipfelchen und ein Kreuz gibt es auch nicht, aber für einen schönen Ausblick reicht er allemal.

Zum Glück war immer noch eine Wolkendecke vorhanden, die nur ab und an von den Strahlen der Sonne durchbrochen wurde, da es sich schon sehr Steil nach oben zieht und es ab dem Bergwald fast nur noch über Geröll und Wurzelwerk geht. So ist mir der ein oder andere Schweißtropfen erspart geblieben. Bei Nässe ist auf jeden Fall Vorsicht geboten, da das Gestein und auch die Wurzeln der Bergkiefern sehr rutschig sind.


Der weitere Aufstieg zur Kreuzspitze ist nun wenigstens schon klar zu erkennen. Zunächst geht es über einen von Latschen durchsetzten breiten Kamm sogar wieder etwas abwärts, bevor es sehr Steil nach oben geht. Schwierig ist der Weg hier nicht. Etwa 125 Meter unterhalb des Gipfels wird es felsiger und man muss hier und da schon mal zupacken. Kurz darauf ist der Gipfel auf 2185 Meter auch schon erreicht. Heute ist nicht viel los, nur 4 Wanderer hatte ich auf dem Weg und am Gipfel ausmachen können.


Pünktlich kommt natürlich auch die Sonne raus und die Wolken verziehen sich von Westen her etwas – zumindest für kurze Zeit.


Die Zugspitze und Karwendel erheben sich im Süden. Wobei der Blick auf die Zugspitze leider immer wieder von Wolken verdeckt wird.


Im Norden, Westen und Osten kann man durch die hohe Wolkendecke den Blick über die Scheinbergspitze, Ammerwalder Hochplatte, und Klammspitze bis ins Alpenvorland mit seinen Seen schweifen lassen. Die höheren Gipfel im Süden sind meist in Wolken versteckt. Nachdem ich mich ins Gipfelbuch eingetragen hatte und nach einer kurzen Stärkung und unzähligen Fotos, machte ich mich wieder über die gleiche Strecke an den Rückweg.





Um 14:45 bin ich dann wieder am Auto und nach dem meine Ausrüstung verstaut war, die Sonne sich nun öfter zeigte, beschloss ich noch zur „Ammerwald Alm“ auf eine Stärkung zu fahren.

Stärkung: Radler, Spinat Knödel mit Parmesan und Olivenöl – ein Genuss nach dieser Tour.

Gämsen konnte ich leider an diesem Tag keine sehen, nur eine Herde Bergschafe auf dem Gipfelgrat im Norden. Doch dafür wurde ich ja mit anderen schönen Fotomotiven, tollen Videoeinstellungen, und vielen Bergsalamandern für die Mühe der Gipfelbesteigung belohnt.



Die Facts


Gipfelhöhe

 Kreuzspitze (2.185 m)

Ausgangspunkt

Wanderparkplatz „Bei den 7 Quellen“ kurz nach dem Grenzübergang Österreich vor den Straßenserpentinen Richtung Ammerwald

Route

Parkplatz – zunächst über das Neualmgrieß – dem Waldpfad folgen – über zahllose Serpentinen ins Hochgrießkar – Schwarzenköpfel (1.897 m) – Kreuzspitze Gipfel (2.185 m) – Abstieg=Aufstieg

Anstiegsdifferenz

ca. 1.095 Höhenmeter

Zeitaufwand

ca. 3,5 Stunden hinauf – 2,5 Stunden hinunter, je nach Pausen

Schwierigkeit

Steiler Anstieg über Geröll, Kletterstellen teilweise bis II, stellenweise ausgesetzt

Anforderungen

Ausdauer, Trittsicherheit, Schwindelfreiheit, alpine Erfahrung, professionelle Ausrüstung

Frequentierung

Gering



Ein Video der Tour findet ihr wieder auf meinem Youtube Kanal

Die Routenbeschreibung zum Download mit allen Information unter meinem Tourenportal

Bei Fragen stehe ich euch gerne zur Verfügung und über Kommentare würde ich mich sehr freuen.

Bis zum nächsten mal - euer Jürgen von Outdoor-Belichtet

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