Systemkamera oder Bridgekamera? Mein Erfahrungsbericht zur SONY CYBERSHOT RX10 Mark II


Da ich ein großer Freund von Kompaktkameras bin hatte ich mir vor zwei Jahren die Sony Cybershot RX10 II gekauft.

Vor 2 Jahren gekauft - Mein Fazit

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Vorneweg kann ich sagen, die Kamera ist äußerst gut und bietet jedem ambitionierten Fotografen viele Gestaltungsmöglichkeiten und Funktionen. Für Einsteiger in die Fotografie mit hohem Anspruch ist sie deshalb definitiv eine Alternative zur Spiegelreflexkamera und in meinen Augen und für mich persönlich, die perfekte Alltagskamera.

Die Gruppe der Fotografen teilt sich in mehrere Lager


Die einen stellen hohe Ansprüche an Haptik und Fotoqualität, die anderen wollen einfach nur eine Kamera für Schnappschüsse, und wieder andere wollen eine nicht zu schwere Kamera, mit der man trotzdem möglichst viel aus seinen Bildern herausholen kann.

Und genau für diese letzte Kategorie ist die RX10 Mark II.

ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD / MEIN "Damals" ERSTER EINDRUCK

Die Kamera ist überraschend leicht, liegt sehr gut in der Hand, und bietet ein klassisches Feeling. Trotz des geringen Gewichts ist das Gehäuse überraschend stabil (Magnesium) und fühlt sich sehr hochwertig an.
Sie hat ist laut Sony Feuchtigkeit und Staub-Resistent.

Ich hatte sie im Januar diesen Jahres bei einem Schneesturm auf 2600 Meter in den Bergen im Einsatz und es hat ihr nicht das geringste ausgemacht.

Mitgeliefert werden neben einem Ladegerät auch eine Streulichtlende.

Sämtliche Einstellungen wie Blende oder Belichtungskorrektur werden über mechanische Stellräder oder Drehringe vorgenommen, die sehr gut einrasten. Innerhalb der Auslösetaste ist sogar ein Gewinde für einen mechanischen Fernauslöser eingelassen und neben einem elektronischen Sucher ist auch ein beleuchtetes LCD-Display für die Anzeige der wichtigsten Einstellungen vorhanden.
Das große Hauptdisplay ist nach oben und unten schwenkbar und die Bedienung an sich, ist sehr gut.

NUN ZUR PRAXIS

Bei den vielen Funktionen und technischen Daten, mit der die RX10 MarkII aufwarten kann, scheint auch diese Kamera so manch kleine Schwäche aufzuweisen. Meine Bewertungen sind rein subjektiv und können für jeden anderen Benutzer anders sein. Die technischen Daten findet ihr unter: www.sony.de

Der Sucher und das Display

Ich bin ein Fan von elektronischen Suchern.
Bei meiner RX100 fehlt er mir doch ab und an. Es ist kein Ruckeln oder Wackeln festzustellen, die Farben sind äußerst realistisch dargestellt und auch der Sucherabstand zum Display ist so gewählt, dass man sich nicht die Nase plattdrückt.

Ausreichender Zoombereich

Die Sony RX10 MarkII hat einen Zoombereich von 24-200mm auf Kleinbild.

Diese Brennweite reicht mir für den Großteil der fotografischen Anwendungsfälle. Gerade auf Reisen ist das genau der Brennweitenbereich, den ich in der Regel benötige. Weitwinkelaufnahmen von Landschaften oder Gebäuden sind ebenso möglich wie Portraits und vereinzelte Tieraufnahmen.
Zudem ist die Naheinstellung mit ca. 20cm am Tele-Ende selbst für einfache Makroaufnahmen noch geeignet.

Das Zoomen ist über einen Ring am Objektiv möglich oder über eine kleine Wippe am Auslöser.
Das Zoom ist voll elektronisch über einen Servomotor geregelt und damit eigentlich in der Grundeinstellung recht langsam im Gegensatz zu einem Mechanischen Zoom. Mit der „Schnellen“ Einstellung im Menü kann man das aber ändern. Für Filmaufnahmen ist aber gerade die langsamere Einstellung oft von Vorteil.

Es werde Licht – Die Lichtstärke

Hinzu kommt die bemerkenswerte Lichtstärke des Zeiss Objektives. Die Sony verfügt zwar „NUR“ über einen 1“ Sensor, hat jedoch über den gesamten Brennweitenbereich eine Offenblende von F2.8.
Die kleinstmögliche Blendenzahl ist F16. Die Blende kann wie bei Spiegelreflexkameras mechanisch über einen Ring am Objektiv eingestellt werden. Mit einem kleinen Umschalter kann man diese auch Rasterlos machen und so etwa beim Filmen gut nutzen.

Der eingebaute ND-Filter

Ihr habt richtig gelesen, in der RX10 II ist ein ND-Filter verbaut, der sich elektronisch zuschalten lässt. Dies ermöglicht ein Fotografieren mit Offenblende auch im hellsten Sonnenlicht.

Der ISO-Bereich

Wenn wir schon beim Thema Lichtstärke sind: Es ist ein High-ISO Bereich von 12800 einstellbar. Ob man diesen braucht und verwenden sollte, steht auf einem anderen Blatt, doch bis ISO3200 sind nach meiner Erfahrung die Bilder problemlos nutzbar.

Die Bildqualität

Neben dem absolut vertretbaren leichtem Bildrauschen oberhalb von ISO1600, kann ich über die Bildqualität nichts Negatives sagen. Die Bilder sind scharf, und besonders mit der Verwendung des RAW-Formats und einer kurzen Nachbearbeitung hat man Faktisch keinen Unterschied zu den Bildern einer Spiegelreflexkamera. Der Sensor hat zwar (Nur) eine Größe von 1“, doch die Abbildungsleistung ist dank des großartigen Zeiss Objektives sehr gut.

Der Blitz - Schattenseite

Die RX10 MarkII verfügt neben einem eingebauten Klappblitz auch über einen Multi-Interface-Blitzschuhadapter und ist in der Lage Aufsteckblitze und Funksysteme von Sony direkt anzusteuern. Blitze von Drittherstellern lassen sich dagegen leider nicht aufstecken.
Auch beim Internen Blitz wurden leider Abstriche bei der Flexibilität gemacht. So lässt sich der Blitz leider nicht gegen die Decke richten, wie bei der RX100 von Sony.

Das Zusatz-Display

Dafür ist jedoch auf der Oberseite ein Display eingelassen, wie es auf professionellen Spiegelreflexkameras oder Systemkameras zu finden ist. Das Display hat eine eingebaute abschaltbare Beleuchtung. Über eine kleine Taste kann man sie ein- oder ausschalten. Das LCD zeigt den Großteil der Kameraeinstellungen an. Leider fehlt die Anzeige des ISO-Werts, weshalb dieser über das Hauptdisplay oder den Sucher abgelesen werden muss. Vermisst habe ich dies aber bis jetzt noch nicht wirklich.

Tasten und Ergonomie

Die RX10 II wartet mit erfreulich vielen Tasten auf, sodass man sämtliche wichtige Funktionen ohne Umwege über ein Menü steuern kann. Die Platzierung der Tasten ist gut, wobei dies aber auch immer eine Geschmackssache ist. Der Abstand zueinander, die Größe und der Druckpunkt der Tasten ist aber Top.

Eine Eigenschaft, die mich aber am Anfang fast an den Rand der Verzweiflung brachte, war die Einstellung der Fokus Art. Diese wird nicht wie bei der RX100 über das Display eingestellt, sondern über ein Schaltrad an der Vorderseite der Kamera. Hier finden sich ein Einzelbild-Autofokus, ein kontinuierlicher AF und der manuelle Fokus. Daran musste ich mich erst einmal gewöhnen.
Dafür ist die Einstellung der Belichtungskorrektur mit dem Drehrad an der Oberseite umso einfacher und im Prinzip selbsterklärend.
Auf der Oberseite neben dem kleinen LCD-Screen befindet sich das griffige Rädchen, über welches sich die Belichtung um +- 3 ganze Blendenstufen korrigieren lässt.

Das Fokussieren

Der Fokus ist ausreichend schnell und funktioniert in allen Modis meist auf Anhieb zuverlässig.

Die Auslösezeit

Die Kamera bietet eine minimale Belichtungszeit von 1/32000 Sekunde. Im Vergleich zu anderen Kameras ist dieser Wert einfach genial.

Die Konnektivität

Die RX10 M ii bietet wie auch die kleinere RX100 ein W-LAN. Dabei ist sowohl die Steuerung der Kamera, als auch das Übertragen von Fotos, etwa auf ein Tablet oder Smartphone möglich. Dies ist aber auch ganz praktisch, wenn im Urlaub Bilder ohne Laptop kurzfristig ins Netz gestellt werden sollen. Ich benötige es bis jetzt nicht.

Die Videografie

Es ist möglich 4K Videos oder High-Frame-Rates aufzunehmen.
Für den 4K Betrieb ist unbedingt eine Speicherkarte mit mindestens 64GB und einem Datendurchsatz von 95MB/s Class10 notwendig.
Die Qualität der 4K Videos ist sehr gut. Der Autofokus macht dabei seine Arbeit ebenfalls zuverlässig.
Eine Besonderheit - Neben 4K ist die RX10 II auch in der Lage HFR, sogenannte Hochgeschwindigkeitsaufnahmen zu erstellen. Hier sind drei Geschwindigkeiten Wählbar. 250, 500 und 1000 Bilder pro Sekunde.

Die Akkureichweite und Speicherkarte

Positiv ist die Trennung von Batteriefach und SD-Kartenslot. So lässt sich das Kartenfach auch schnell und unkompliziert erreichen, wenn die Kamera auf einem Stativ verwendet wird.
Apropos Stativ – Das Gewinde für das Stativ ist in der Mitte angeordnet, so dass man auch den Akku wechseln kann wenn die Kamera auf dem Stativ steht.

Die Akkus halten bei häufigem Gebrauch der Kamera natürlich nicht so lange wie bei einer Spiegelreflexkamera. Besonders beim Filmen in der Kälte merkt man das sehr. In den Einstellungen habe ich mir deshalb auf einen hinteren Knopf die Funktion „Bildschirm ausschalten“ gelegt. So kann ich die Kamera anlassen und den hinteren Bildschirm aus und einschalten, was Strom spart.
Nichts des du trotz, sollte man immer mindestens einen Ersatz Akku in Reserve haben.

Leider spart Sony auch bei dieser Kamera am Ladegerät. Mitgeliefert wird ein USB-Ladekabel, an dem die Kamera direkt eingesteckt wird. Die Ladefunktionalität über USB ist für die meisten Benutzer wahrscheinlich absolut ausreichend. Wird die Kamera abends eingesteckt, ist sie am nächsten Tag geladen und kann direkt mitgenommen werden. Auch ein Laden über den Laptop oder das Handyladekabel ist problemlos möglich. Ich habe mir zu den Zubehör Akkus noch ein Externes Ladegerät gekauft.

Ein Wort noch zur 4K Funktion

Manche Kameras werden bei 4K schnell sehr warm, was der kleinen Bauweise geschuldet ist. Irgendwohin muss die Wärme ja. Die Kamera wird im Gegensatz zur A6300 die ich einmal als Leihgerät hatte zwar auch etwas warm, doch durch den größeren Body wird die Wärme viel besser abgeleitet. Und das Ergebnis ist – Kein Überhitzen!



Mein persönliches FAZIT


Auch wenn man keine Objektive wechseln kann, macht ein überragender Brennweitenbereich gute Haptik und ein robustes Gehäuse, die Sony DSC RX10 II in meinen Augen zur perfekten Reise und Alltagskamera.

Auch ambitionierte Fotografen im Portraitbereich oder der Landschaftsfotografie kommen voll auf ihre Kosten.
Die Möglichkeit in RAW zu fotografieren gibt der Kamera das gewisse professionelle Etwas und beschert dem Fotografen auch in der Nachbearbeitung eine große Bandbreite an Möglichkeiten.

Für knapp 1000 € bekommt man (Fast) die perfekte Kamera und macht definitiv nichts falsch.

Fotos die ich mit meiner RX10 MarkII gemacht habe findet ihr unter:

FLICKR

Habt ihr Fragen zur Kamera? So schreibt mir einfach.



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