Der Herbst – Liebeserklärung an eine Jahreszeit und eine Region

Das Grau und das fehlende Licht in diesen Tagen treiben mich um, ich muss diese Zeilen schreiben!

Wir sind in der letzten Dekade im November und die Jahreszeit des goldenen Lichtes ist schon ein paar Wochen vergangen. Viele Wochen war das Wetter sonnig, der Himmel blau und für diese Jahreszeit war es viel zu warm.


Noch vor ein paar Wochen sprengten die Farbtöne in der Landschaft die Vorstellungskraft und meine Erinnerung an den Herbst letzten Jahres.


Ganz unterschiedlich waren die Abstufungen der Gelbtöne. Die Bäume gelb, Kastanien und Buchen strahlen mit ihrem Leuchten um die Wette nach dem Motto, wer ist noch glänzender, als der mit Blattgold belegte Buddha in Lhasa, der Stadt im Land der großen Berge der Götter. 

Viele der Landstraßen werden von Ahorn, Buchen, Walnüssen, Schlehen, Birken, Eichen, Kirschen, Kastanien und Ebereschen umrahmt. Von Blutrot bis Senfgelb, von Rost bis strohgolden fällt ein Blatt nach dem anderen nun langsam herab.




Ich wanderte dieser Tage durch den Wald bei Schloss Arnsberg im Altmühltal, überfordert und euphorisiert durch die sich ständig abwechselnden Gelbtöne. Hoch über dem Tal auf der Burg sah ich Farbabstufungen und Strukturen im Gehölz, die eine sonst nicht sichtbare Dreidimensionalität in die Hügel zaubern, Farbtupfer die, wie mit einem großen Pinsel von Geisterhand geführt über die Wälder getupft wurden.


Wenn der Hochnebel das Tal und den Wald einhüllt, sieht er aus wie im Märchen. Kaltblau hängt die Luftfeuchtigkeit zwischen den Bäumen und dämpft die Tiefe ab, geweckt von den ersten Sonnenstrahlen, beginnt der Tau langsam dahin zu schmelzen.
Alles wirkt, als komme jeden Moment auch dem Nichts ein Gestalt heraus. Die Farben sind zart und vielschichtig in dieser Zeit.



Das Zeitfenster für diesen Farbenrausch ist kurz und nur so lang, bis der erste Herbststurm die Pracht von den Bäumen weht.


Ich sauge diese Farben tief in mich hinein, bin von ihnen berauscht und betört, sprachlos und staunend zugleich.


Geht raus, öffnet Eure Augen und Eure Sinne. Es dauert nur noch wenige Wochen, bis der Winterschlaf naht und alles trist aussieht denke ich noch bei mir - und schon ist er da - der Monat des dunklen Lichts.

Eine besinnliche Vorweihnachtszeit euch allen!


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