Bei Wind und Wetter - Kälteschutz mit dem Zwiebelprinzip

Auf meinen Berg- oder Fototouren brauche ich nicht nur Bequeme sondern auch Funktionelle Kleidung. Stundenlang durch Wind und Wetter stapfen und dabei angenehm trocken bleiben – Funktionsjacken sollen genau das ermöglichen. Sagt zumindest die Werbung..;-)



Die Auswahl an Produkten, Herstellern und Materialien wird jedes Jahr größer. Da fällt es oft nicht leicht das „Passende“ zu finden.

Die Kombination macht‘s:

Ein Bekleidungsstück allein wird den unterschiedlichen Witterungsbedingungen (Sonne, Regen, Kälte und eventuell sogar Schnee) ja meistens nicht gerecht.
Erst durch die Kombination unterschiedlicher Bekleidungsschichten ist man für jedes Wetter gewappnet.
Es gibt Hersteller die einem mit einer einzigen Jacke all das Versprechen. Wasserdicht bei Regen, Wind-dicht, Wärmend und Atmungsaktiv.

Nur – wenn kein Wind und Regenwasser von außen nach innen kommen kann – wie soll dann bitte der Schweiß von innen nach außen kommen?

Dafür bauen die Hersteller sogenannte Membranen in das Material mit ein. Jeder hat schon einmal etwas von Gore-Tex gehört. Inzwischen sind viele Hersteller von Sportbekleidung dazu übergegangen eignen Systeme zu entwickeln. Doch ihr solltet bei allen Systemen daran denken -
Es heißt – Atmungsaktiv – nicht zu verwechseln mit Atmen!

Ein weiteres Problem dieser Multifunktionsjacken ist, das die Hersteller immer mal wieder die Reißverschlüsse der Jacken ändern. Da habt ihr dann eine richtig teure Jacke vor 3 Jahren gekauft und erhaltet nichts mehr passendes zum ein zippen, da die neuen Jacken andere Reißverschlüsse für das Fleecefutter haben.

Es gibt jedoch eine einfachere Möglichkeit. Das Zwiebelprinzip!

Meine Outdoor Kombination:

1. Schicht – Basis

Meine Basis bildet natürlich die Unterwäsche aus Microfaser und darüber Funktionswäsche aus Kunstfasermaterialien oder Wolle. Grob gilt die folgende Faustregel: Wem ständig zu warm ist oder wer gerne ans körperliche Limit geht, etwa bei Bergtouren, Schneeschuhtouren oder Extremsport, greift zu Synthetische Wäsche. Im Winter Hauteng anliegend und im Sommer Luftiger. Liegt sie enger an, kann sie den Körper besser wärmen und stützt die Muskulatur.
Lässt man es eher gemütlich angehen, etwa bei einem Spaziergang, oder bei Fototouren in der näheren Umgebung im Winter, trägt sich Wolle sehr angenehm. Außerdem empfiehlt es sich, ein Kurz- und Langarmshirt einzupacken, die einzeln oder zusammen getragen werden können.



2. Schicht – Mitte

Diese Schicht ist die wärmende Schicht, welche gleichzeitig auch der Isolation dient.  Man nimmt  Jacken-, Westen-, oder Pullovervarianten. Auch die bekannte Fleecejacke ist an dieser Stelle zu nennen. Verfrorene Naturen brauchen entweder ein dickeres Fleece oder nehmen noch eine leichte Weste im Rucksack mit.


3. Schicht - Schutz

Nun packe ich noch die 3.Schicht, die Schutzschicht so zu sagen oben drauf, die den Körper vor Wasser und Wind schützen soll.
Der Schnitt muss lang genug sein, um den Rücken ausreichend zu schützen und auch darunter liegenden Bekleidungsschichten abzudecken. Ein sehr körperbetonter Schnitt ist hier im Sinne des Zwiebelprinzips eher nicht ratsam. Ebenso sind sehr eng anliegende Kapuzen evtl. problematisch. Belüftungen sind Ideal um Stauwärme ab-strömen und entstandene Feuchtigkeit entweichen zu lassen. In der Regel sollte die Außenschicht Wind- und Wasserdicht sein und kann in den Sommermonaten natürlich auch direkt über der Basis getragen werden.

Der große Vorteil vom Zwiebelprinzip ist im Grunde genommen der, dass man auf Temperaturschwankungen und Wetterveränderungen gut reagieren kann. Je nach Wohlbehagen zieht man einfach die ein oder andere Schicht aus, oder auch wieder an. So kann man selber auch die Körpertemperatur regeln. Grundsätzlich solltet ihr euch während des Wanderns aber nicht zu warm anziehen, sonst wird die Kleidung durchgeschwitzt – und dann verlieren selbst Outdoor-Materialien einen Teil ihrer Wärmeleistung.

Ich lasse die 2. Schicht oft weg und nehme sie nur im Rucksack mit um sie bei Pausen zusätzlich an zu ziehen.

Merke – Jeans sind für die Stadt oder Cowboys!

Als Hosen empfehlen sich Wander- und Trekkinghosen aus Kunstfasern, Mischgeweben oder im Frühjahr beziehungsweise Herbst/Winter aus Softshellmaterial.
Zu Schneeschuhtouren oder beim Winterwandern evtl. auch eine leichte Wasserabweisende Skihosen.

Meine neueste Errungenschaft ist dieser Thermo Ball Hoodie von The North Face


Wenn ihr gern in den Bergen unterwegs seid und dabei auch vor schwierigen Witterungsbedingungen und niedrigen Temperaturen keinen Halt macht, solltet ihr mal einen genaueren Blick auf die Kleidung von The North Face oder Columbia werfen.

Diese Funktionsjacke hat viele durchdachte Features, die sie für Alpine Abenteuer prädestiniert.
Mit ihrer Primaloft - Thermo Ball Fütterung, ist sie durchaus für ambitionierte Wanderungen in Mittelgebirgen oder alpinen Regionen bei Minusgraden geeignet. Das geringe Gewicht und das kompakte Packmaß machen die Jacke zu einem idealen Begleiter im Gelände, denn sie kann problemlos verstaut und im Trekkingrucksack transportiert werden. So ist sie jederzeit Einsatzbereit, wenn sich das Wetter ändert.

Erfreulich: Durch die Kordelzüge am Saum ist man vor Wind geschützt und hat noch genügend Bewegungsspielraum. Auch ein leichter Nieselregen oder Schneefall können ihr durch ihre Wasserabweisende Eigenschaft nicht so schnell etwas anhaben, und sie wärmt auch noch wenn sie etwas Nass wird im Gegensatz zur Daune.

Bei starkem Niederschlag sollte dann jedoch eine Hardshell übergezogen werden.


Falls ihr Fragen habt zur Outdoorbekleidung, so dürft ihr euch gerne bei mir melden.

Einen schönen November!

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