Reise zu den Sternen - Nachthimmel Fotografie mit einer Digitalkamera


Ich hatte mich schon längere Zeit mit dem Gedanken befasst den Nachthimmel zu fotografieren, aber immer wenn ich Zeit hatte, hat das Wetter nicht mit gespielt oder etwas anderes ist dazwischen gekommen.










Jetzt in meinem Urlaub, hat es endlich einmal gepasst und so habe ich mir meine Ausrüstung an diesem Abend geschnappt und bin kurz vor Sonnenuntergang losgezogen.


Die Location



Reise zu den Sternen - Nachthimmel Fotografie mit einer Digitalkamera Wer dort einmal versucht  einen Blick auf die Milchstraße zu werfen, wird so gut wie nichts sehen, es gelingt bei dem ganzen Umgebungslicht einfach nicht.
In meinem Fall war ich in auf dem Osterberg bei Pfünz.
Wenn dort die Nächte sternenklar sind, ist es ein wunderbares Schauspiel, wenn man den Blick nach oben richtet. Der Juli und der August sind die Monate, in denen man auch fast eine Garantie für Sternschnuppen hat.

Doch wer den Sternenhimmel und die Milchstraße fotografieren will, sollte sich gut vorbereiten. Neben der dunklen Location und dem Wetter gibt es entscheidende Faktoren zu beachten.
Nur 4-5 Nächte im Monat, bei Neumond eignen sich nämlich dafür, Sterne zu fotografieren – und auch nicht in jedem Monat des Jahres.
Das richtige Objektiv und das Rauschverhalten der Kamera sind Zentrale Punkte, die es zu Beachten gibt.

Sterne fotografieren – Anforderungen an die Kamera und Objektiv


Das Rauschverhalten der Kamera spielt beim Fotografieren von Sternen und der Milchstraße eine entscheidende Rolle. Je weniger Rauschen desto besser und klarer werden die Fotos. Mit einer Vollformatkamera hat man deutlich mehr Chancen, einen weiteren Bildausschnitt vom Sternenhimmel zu erhalten.
Natürlich kann man auch mit APS-C Kameras gute Resultate erzielen. Falls man aber eine Vollformatkamera besitzt, sollte man diese auf jeden Fall vorziehen.

Ich besitze nichts von beiden, da ich die Fotografie nicht als Profi betreibe und mir die Preise deshalb für diese Kameratypen einfach zu hoch sind. Doch meine Sony RX10 M2 und die RX100 haben zumindest einen 1 Zoll Sensor.

Um einen möglichst großen Bereich des Nachthimmels und damit viele Sterne zu fotografieren, braucht man ein Weitwinkel-Objektiv an einer Kamera mit Wechsel-Objektiven. Es sollte so Lichtstark wir möglich sein.
Meine Sony RX10 hat ein fest verbautes Karl ZEISS Objektiv mit Durchgehender Blende F2.8 und die RX100 eine Anfangs-Blende von F1.8.


Hat man eine Digitalkamera wie ich, sollte man die Bildstabilisierung ausschalten sobald man mit dem Stativ fotografiert. Das benötigt ihr auf jeden Fall für die Sternenfotografie.

Da man Sterne bei Nacht fotografiert, ist Naturgemäß wenig Umgebungslicht vorhanden. Damit die Sterne auf dem Bild richtig strahlen und die richtige Schärfe haben, muss also lange belichtet werden. Durch die Langzeitbelichtung bleibt der Verschluss lange offen, damit bei hoher Blenden-stufe (kleine Öffnung) möglichst lange Licht auf den Sensor fallen kann.


Soll man also im BULB Modus 2-3 Minuten lang belichten?

Nein! Fotografiert man in der Nacht die Lichter einer Stadt oder fahrende Lichter von Autos, dann können zwei Minuten durchaus Sinn machen. Beim Fotografieren von Sternen gibt es aber eine Grenze für die Belichtungszeit, da sich die Erde ja weiter dreht, und auf der habt ihr die Kamera positioniert.
Mit der Erddrehung verschieben sich auch die Sterne. Ab 20-30 Sekunden Belichtung können die Sterne durch die Bewegung bereits unscharf werden und einen Schweif ziehen. Die Blende muss also so eingestellt werden, dass wir genug Schärfentiefe haben, aber gleichzeitig so weit offen sein, dass die Belichtungszeit nicht über 30 Sekunden kommt. (Was nicht immer so einfach ist in dunkler Nacht). Ich habe deshalb auch eine Stirnlampe mit Rotlicht dabei.


Erfahrungsgemäß ist ein ISO Wert zwischen 800-1600 notwendig, damit auf dem Bild etwas zu sehen ist. Wie immer gilt aber auch hier die Regel, einen so tiefen ISO Wert wie möglich einzustellen, um möglichst wenig Rauschen im Bild zu bekommen. Bei einem zu hohen ISO Wert entsteht ein körniges Bild, auf welchem ab einem gewissen Maas die Sterne nicht mehr vom Rauschen unterschieden werden können. Das trifft besonders bei Digitalkameras zu.

Meine Fotos sind natürlich nicht mit denen einer Vollformatkamera vergleichbar. Für eine Digitalkamera, sind sie aber trotzdem ganz passabel geworden wie ich finde.
Zudem war es auch mein erster Versuch in dieser Richtung. Weitere werden bestimmt folgen..;-)


Hier eine kleine Hilfestellung was ihr am Nachthimmel seht und was nicht

- Bewegung = künstliches Himmelsobjekt (Sternschnuppe ausgenommen)
- keine Bewegung = Stern oder Planet
- Bewegung: Blinkt es rhythmisch = Flugzeug, wenn nicht dann Satellit
- keine Bewegung: Flimmert es stark = Stern, wenn nicht ist es wahrscheinlich ein Planet
- steht es im Norden: kein Planet
- Ist es heller als die Sterne und bewegt sich = Internationale Raumstation
- Ist es heller als alle Sterne und bewegt sich nicht = wahrscheinlich die Venus

Ich hatte mir den Sternenhimmel an diesem Abend zusätzlich auf dem Rechner mit dem Programm „Stellarium“ angeschaut bevor ich losgezogen bin. Dadurch wusste ich auch in welcher Richtung welche Sterne zu sehen sind. Stellarium ist kostenlos und eine sehr gute Hilfe!

Tipps für die Reise zu den Sternen zusammen gefasst


Einen dunklen Ort weit weg von einer Stadt oder sonstigen starken Lichtquellen suchen.
Wettervorhersage und Himmel beobachten.
Eine Nacht bei Neumond wählen, damit der Mond nicht sichtbar ist und leuchtet.
Kamera, Stativ und Fernauslöser mitnehmen. (Alternativ den Selbstauslöser der Kamera)
In RAW fotografieren, damit die Bilder später auf dem PC entwickelt werden können.
Eine Kamera mit möglichst großem Sensor und gutem Objektiv
Ein Klappstuhl, eine Stirnlampe mit Rotlicht, etwas zu Trinken und einen Snack war bei mir auch mit an Bord.

„Der Himmel hat sich nun verdunkelt – vor mir ein Meer aus Sternen funkelt, ich liege im Gras und schau hinauf in das Himmelszelt und fühle mich klein auf Gottes wunderbarer Welt“


Viel Spaß da Draußen!

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