Meine Tipps für euer Outdoorabenteuer - Überleben in der Wildnis


Ich hatte viele Touren alleine in den USA unternommen, aber auch in den heimischen Alpen, und musste mich oft auf Situationen einstellen die ich vorher nicht so geplant hatte. Auch in Bezug auf meine Ausrüstung hat sich die ein oder andere Vorbereitung immer einmal wieder einmal als Richtig oder Falsch herausgestellt.


Damit du viel Spaß bei deinen Aktivitäten hast, habe ich in diesem Artikel ein paar meiner Outdoor Tipps zusammen gestellt



Erste Erfahrungen konnte ich schon in meiner Bundeswehrzeit bei den Gebirgsjägern sammeln, und andere Kniffe und Tricks habe ich mir wiederum Jahr für Jahr selber beigebracht und aus Erfahrungen dazu gelernt.



Tipp 01

Mach die Haut an deinen Füßen elastisch!
Reibe Deine Füße vorm Wandern mit Urea-Fußcreme ein, so verhinderst Du Blasen und kleinere Verletzungen. Zusätzlich wird Deine Haut geschmeidiger und es bildet sich weniger Hornhaut an Deinen Füssen. Auch Hirschtalgcreme eignet sich dafür aber hervorragend.

Tipp 02

Du brauchst nur ein paar Socken!
Auf mehrtägigen Wanderungen werden die Socken durch Schweiß weich und geschmeidig. Ein frisches Paar Socken riecht zwar die ersten Stunden besser, verstärken beim Wandern aber die Gefahr von Blasen. Und wer riecht schon an den Schuhen? Abends die Socken einfach über einen abgebrochenen Zweig ziehen und das andere Ende in der Nähe des Feuers in den Boden stecken.
Solltet ihr übrigens wie ich in den Staaten unterwegs sein, Abends bitte die Socken und Stiefel mit ins Zelt nehmen oder am nächsten Morgen ausschütteln bevor ihr sie anzieht. Ich hatte 2013 am nächsten Morgen am Campingplatz einen kleinen Besucher darin.

Tipp 03

Verwende Nylons – Frag mal Deine Freundin!
Nylonstrümpfe nehmen kein Wasser auf. Somit bleiben deine Füße trocken. Zusätzlich kann zwischen deinen Wandersocken und Füssen keine Reibung entstehen. Das bewahrt die Füße ebenfalls vor Blasen und Verletzungen. Funktioniert wirklich, habe ich schon mal ausprobiert. Ich Creme aber doch lieber meine Füße ein und lass die Socken ein paar Tage an.

Tipp 04

Australien – der Geruchskiller!
Es gibt für zu Hause besondere Waschmittel für Kunstfaserbekleidung. Wenn du Unterwegs bist hast du das aber bestimmt nicht dabei. Wenn du also am Fluss oder Teich dein Shirt mit Seife oder ohne wäscht, gib etwas Teebaumöl dazu, das reduziert den Schweißgeruch immens – einfach mal ausprobieren.

Tipp 05

Asche als Lebensretter!
Wenn Du etwas Asche vom Lagerfeuer am nächsten Morgen ganz fein zerreibst und dann mit ausreichend Wasser – 1 Teelöffel auf 1 Liter - vermengst, dient diese als erstklassiger Elektrolyt-Spender. Elektrolyte sind Salze und andere Mineralien, die Dein Körper gerade bei Anstrengungen dringend braucht.

Tipp 06

Moskito sticht besser – nicht heute!
Um Moskitos und Stechmücken ab zu wehren, kann man sich Chemische Keulen kaufen die sehr gut wirken. Hat man einmal keine dabei, funktioniert auch Australisches Teebaumöl sehr gut. Einfach ein paar Tropfen auf der Haut verteilen. Besser noch mit Sonnen oder Handcreme vermengt verteilen und einreiben. Das ganze je nach dem wie viel man Schwitzt alle 3 bis 4 Stunden wiederholen.

Tipp 07

Engländer trinken Tee!
Ihr seid unterwegs und habt Lust auf einen warmes Getränk, doch weder Kaffee noch Tee dabei?
Seid ihr in einem Wald mit Fichten oder Tannenbäumen unterwegs ist das kein Problem. Einfach ein paar „junge und noch grüne“ Triebe abrupfen und zum Teewasser geben. 10 Minuten ziehen lassen und schon ist Tea Time angesagt. Auch haben die Nadeln sehr viel Vitamin C.

Tipp 08

Birkenrinde brennt wie Zunder!
Birkenrinde eignet sich hervorragend als Anzünder für ein Feuer beim Wandern & Camping. Schabe sie einfach mit einem Messer direkt vom Baum ab, selbst bei Regen ist die Innenseite der Rinde trocken und brennt sehr gut und lang. Zum Anzünden benutze ich einen Feuerstahl, da dieser auch bei Feuchtigkeit nicht so schnell aufgibt.

Tipp 09

Küssen verboten?
Wenn Du draußen in der Wildnis unterwegs bist und keine Zahnpasta dabei hast, kann man entweder Backpulver als Ersatz nehmen, oder auf die Zahnbürste etwas Salz und Asche vom Lagerfeuer des Vortages streuen – nicht jedermanns Sache – danach mit Fichtennadeltee der kalt geworden ist gut spülen. Habt ihr keine Zahnbürste dabei gehen auch kleine Äste des Weidenbaumes ganz gut als Ersatz.

Tipp 10

Gourmetküche auch Outdoor!
Auf längeren Touren sollte man immer etwas Alufolie dabei haben. Aus Alufolie kann man sich nicht nur einen leichten und effektiven Windschutz für den Kocher bauen. Kartoffeln, Fleisch und Gemüse kannst Du in Alufolie wickeln und zum Garen direkt in die Glut des Feuers legen.
Um Deine Outdoor Gerichte ein wenig „aufzupeppen“ nimm doch einfach Brüh- bzw. Suppenwürfel mit auf Deine Touren. Die sind klein und leicht, zudem auch viel einfacher zu gebrauchen als eine Vielzahl von einzelnen Gewürzen. Eine heiße Brühe weckt auch die Lebensgeister!

Tipp 11

Pflanzendoktor – der nächste Bitte!
Eine kleine Verletzung wie eine Schürfwunde hat man sich schnell zugezogen – ich hatte 2012 auf einer USA Reise einen Sturz, mir das Knie dabei aufgeschlagen und das ganze dann mit dem Agarvensaft behandelt.
Hast du eine offene Verletzung wie etwa eine Schürfwunde, hilft der schleimige Saft einer Agarve bei der Desinfektion und Wundheilung. Du schneidest einfach ein Stück der Pflanze ab und streichst damit mehrmals täglich über die Wunde. Hier in Europa habe ich bei Touren aber lieber ein kleines Fläschchen Jod dabei, da man Agarven in den Bergen eher nicht findet.

Tipp 12

Ende der Rutschpartie im Zelt!
Rutscht Deine Isomatte im Zelt umher oder Dein Schlafsack ständig von der Isomatte runter? Dann trage einfach ein paar Silikonstreifen auf den Zeltboden und die Isomatte auf. Problem gelöst!

Tipp 13

Durchblick im Zelt auch in der Nacht!
Um in einer dunklen Nacht Deine Dinge wie z.B. Stirnlampe, Trinkflasche etc. einfacher zu finden kannst Du diese einfach mit reflektierende Klebestreifen versehen, die in der Nacht leuchten und die Taschenlampe an einer Schnur in der Mitte des Zeltes aufhängen. Home Sweet Home!

Tipp 14

Wie man sich Bettet - Kopfkissen!
Anstatt ein extra Kissen mir auf Deine Touren zu nehmen, fülle einfach einen Kleidersack mit Deiner Fleecejacke oder Deinen Sachen zum wechseln. So bekommst Du ein solides und bequemes Kopfkissen. Natürlich funktioniert auch der Rucksack, um den du einfach eine Fleece Jacke bindest.

Tipp 15

Eisfrei durch die Nacht!
Nimm in kalten Nächten Deine Getränkeflaschen mit in Deinen Schlafsack, so kann die Flüssigkeit nicht gefrieren. Achte aber darauf, dass alle Flaschen auch wirklich dicht sind – zur Sicherheit kannst Du diese auch in eine Plastiktüte oder ein Drybag stecken. Als Wärmflasche kannst Du ein paar Steine die in der Nähe des Feuers oder dem Campingkocher erwärmt wurden – Achtung nicht zu heiß machen – in die Socken stecken und am Ende des Schlafsackes deponieren.

Tipp 16

Noch mehr Wärme im Schlafsack!
In besonders kalten Nächten solltest Du all Deine Kleidungsstücke mit in Deinen Schlafsack „stopfen“ – das reduziert das zu erwärmende Luftvolumen und verhindert sogenannte Kältebrücken. Auf diese Weise steigerst Du effektiv die Wärmeleistung Deines Schlafsacks. Mütze in der Nacht – hat Wärme gebracht! Da die Wärme im menschlichen Körper zu 20% am Kopf entweicht solltest Du in kalten Nächten immer eine enganliegende Mütze im Schlafsack tragen. Diese Schützt Dich vor ungewolltem Auskühlen und garantiert Dir eine warme Nacht.Auch deine Kamera und Handy solltest du mit in den Schlafsack nehmen sonst ist der Akku am nächsten Tag leer.

Tipp 17

Zweibeinig oder Vierbeinig Wandern?
Bis vor ein paar Jahren waren Wanderstöcke noch selten zu sehen. Heute hat sie fast jeder dabei.
Sie können nicht nur beim Bergauf oder Berg abgehen eine Hilfe sein, sondern auch Gefährlich werden. Geht man Berg ab und hat die Hände in den Schlaufen, so kann man sich nicht mehr abstützen wenn man stürzt. Also beim Berg abgehen immer die Hände aus den Schlaufen nehmen, damit man sich im Notfall schnell von den Stöcken trennen kann. Auch sollte man sie nicht laufen benutzen, da unser Körper sonst verlernt seinen Gleichgewichtssinn einzusetzen.
Doch sie können einem auch anderweitig in der Natur helfen. Etwa für eine Rettungstrage, als Grundlage für eine Notbehausung oder zur Abwehr von Tieren.

Tipp 18

Wasser der Lebenssaft!
Hast du unterwegs Wasser z.b. an einem Bachlauf gefunden und merkst, das dein Wasservorrat nicht mehr lange reicht, so fülle deine Vorräte auf. Bedenke aber das du es Desinfizieren musst. Entweder am Feuer bei 100 Grad abkochen, oder zumindest in einer durchsichtigen Flasche oder Trinksack für mindestens eine Stunde dem prallen Sonnenlicht aussetzen. Die UV Strahlung zerstört die Bakterien im Wasser. Zur Sicherheit könnt ihr aber auch 2- 4 Tropfen Jod auf einen Liter Wasser geben. Ist zwar Geschmacklich nicht gerade ein Highlight, doch immer noch besser als Durchfall zu bekommen. UV und Jod funktionieren aber nur bei relativ klarem Wasser ohne viele Schwebstoffe.
Es könnte ja sein das oberhalb des Baches ein totes Tier liegt oder andere Dinge das Wasser verunreinigen. Wasser direkt aus Quellen ist in der Regel bedenkenlos trinkbar.

Tipp 19

Französische Naturküche!
Lass keine Situation aus etwas zu dir zu nehmen. Mann kann fast jeden Käfer essen und auch Ameisen sind Anfangs zwar etwas unangenehm, doch sie haben viel Proteine. In anderen Ländern gelten sie als Delikatesse und haben bestimmt kein Kraftfutter erhalten.
Engerlinge - in Totholz am besten geröstet essen. Heuschrecken – den Kopf, Verdauungskanal und Flügel/Beine entfernen, roh oder geröstet möglich. Käfer lebend oder den Kopf zerdrücken – roh, gekocht oder geröstet möglich. Bei Eidechsen sollte man den Kopf abschneiden und die Innereien vorsichtig herausnehmen und danach gut auswaschen, auf einen Zweig spießen und über dem Feuer etwa 10 Minuten Grillen. Schmeckt übrigens fast wie Hühnchen.

Ist zwar Anfangs Gewöhnungsbedürftig, aber immer noch besser als wenn man Hunger hat. Ihr solltet es auch nur in einer wirklichen Notlage versuchen. Ein Schimpanse oder Orang Utan in seine natürlichen Umgebung würde wohl auch sagen „Gewöhnungsbedürftig“ wenn er das erste mal eine Pizza oder einen Burger vorgesetzt bekommen würde.

Auf die Pflanzenwelt als Nahrung bin ich hier nicht eingegangen da es dort sehr viel zu beachten gibt und man sich damit sehr gut auskennen sollte. Pilze sind auch nicht gerade gute Energielieferanten und sollten deshalb auch wegen der Verwechslungsgefahr gemieden werden.


Falls ihr Fragen habt? So dürft ihr euch gerne bei mir melden.

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