Landschaftsfotografie mit einer Kompakt oder Bridgekamera

Ein schöner Sonnenaufgang, nebelverhangene Berggipfel oder ein klarer See – Landschaftsfotografie kann zauberhafte Naturbilder erschaffen, die unaufmerksamen Besuchern für immer verborgen bleiben. Damit das Perfekte Foto heraus kommt bedarf es einiger Faktoren. Es kommt nicht nur auf die richtigen Einstellungen der Kamera an, sondern auch der Bildaufbau und die Tageszeit sind dafür entscheidend.




Ärgere dich auch nicht, wenn das erste Foto nicht gleich vollkommen aussieht


Die passende Ausrüstung für die Landschaftsfotografie


Keine Sorge, du musst dich nicht gleich in Unkosten stürzen. Du brauchst auch keine Spiegelreflex oder Vollformatkamera um schöne Bilder zu machen. Wie du mit einer Digitalkamera gute Landschaftsbilder machst verrate ich dir hier.


Die Kamera


Grundsätzlich ist bei der Landschaftsfotografie jeder Fotoapparat in Ordnung. Sogar mit einer Handykamera lassen sich schöne Naturfotos schießen. Trotzdem ist es von großem Vorteil, wenn man eine Digitalkamera nutzt. Eine Digitalkamera bringt darüber hinaus viele weitere Funktionen mit sich, die in der Landschaftsfotografie sehr nützlich sind: Die Veränderung der Blende und Verschlusszeit, eine weitaus bessere Bildqualität und oftmals auch Tools wie eine integrierte Wasserwaage.
Stehst du kurz vor der Anschaffung eines neuen Fotoapparats und willst vor allem in der Natur unterwegs sein, achte am besten auf ein besonders geschütztes, wasser- und staubresistentes Gerät. Dann kann dir auch ein plötzlicher Regenschauer nichts mehr anhaben.

Der Sensor


Wer Landschaften fotografiert, möchte viele Details einfangen, daher sollte es mindestens eine Kamera mit 1 Zoll Sensor sein. Ab dieser Geräteklasse hat man normalerweise alle Einstellungsmöglichkeiten zur Verfügung, die man für die Landschaftsfotografie braucht. Ein APS-C oder Vollformat Sensor ist größer als ein 1 Zoll Sensor. Daher wird er weniger Rauschen im Bild erzeugen und mehr Details abbilden. Diesen findet man aber in normalen Kompakten Digitalkameras nicht. Dafür bräuchte man eine System- oder Spiegelreflexkamera. Für Fotos die man auf dem PC, Tablet oder Fernseher betrachtet oder auch einmal für ein Fotobuch nehmen möchte, reichen Digitalkameras mit 1 Zoll oder auch 1 /2,3 Zoll Sensoren völlig aus. Möchtet ihr das Foto an die Wand hängen sollte es aber schon mindestens ein 1 Zoll Sensor sein.

Da es bei der Landschaftsfotografie stark auf eine durchgängige Tiefenschärfe ankommt, spielt die Qualität des Objektivs ebenfalls eine wichtige Rolle. Objektive in Digitalkameras die fest verbaut sind, sind in der Regel sehr gut auf die Kamera und ihre Eigenschaften abgestimmt. Ein Wechsel oder die Mitnahme von mehreren Brennweiten entfällt bei Kompakt oder Bridgekameras.

Das Stativ ist Pflicht


Keine Landschaftsfotografie aus der Hand!

Diese Regel sollte man berücksichtigen, wenn man gute Fotos bekommen möchte. Unbegrenzte Flexibilität gewährleistet jedoch nur ein Dreibeinstativ. Man kann es in der Höhe variieren und auch auf unebenem Boden sicher einstellen, wenn die Beine unterschiedlich lang ausgefahren werden. Eine fest montierte Kamera hat zudem den Vorteil, dass in aller Ruhe die Bildkomposition eingestellt werden kann. Wenn ein Landschaftsfoto nicht ganz den Wünschen entspricht, kann man die Einstellungen verändern, ohne dass der Bildausschnitt verrutscht!

Bei Panoramaaufnahmen helfen Stative dabei, dass der Horizont bei jedem Foto auf der gleichen Höhe bleibt. Wer sich für seine Landschaftsfotografie noch ein Stativ kaufen möchte, sollte darauf achten, dass es eine integrierte Wasserwaage besitzt und einen sicheren Stand garantiert. Ich nutze dafür ein leichtes Reisestativ von Rollei – das Traveller No1.

Fernauslöser


Nimmt man es ganz genau, kann selbst durch das Drücken des Auslösers an der Kamera eine Verwacklung entstehen. Da besonders bei Langzeitbelichtungen in der Landschaftsfotografie die Kamera aber auf keinen Fall während der Aufnahme bewegt werden darf, sollte man auf einen Fernauslöser zurückgreifen. Hierbei gibt es Varianten mit einem Kabel oder solche, die über Funk die Kamera ansteuern. Auch Apps, mit denen man die Kamera auslösen kann sind dafür sehr hilfreich. Letztlich ist es bei der Landschaftsfotografie nicht so wichtig, welche der Alternativen benutzt werden, da man in der Regel während der Aufnahme neben der Kamera steht und nicht im Bild zu sehen ist.

TIPP: 

Wem ein Fernauslöser zu teuer ist, der kann sich ganz einfach Abhilfe verschaffen. Die Alternative für deine Landschaftsfotografie ist der Selbstauslöser der Kamera. Einfach auf zwei Sekunden einstellen, den Auslöser drücken und warten, bis das Foto gemacht wurde.

Landschaftsfotografie – die Kameraeinstellung


Hat man sich einmal den perfekten Standpunkt für sein Foto ausgesucht und das Equipment aufgebaut, geht es zunächst an die Einstellungen. Bei der Landschaftsfotografie kommt es ganz darauf an, dass die Bildkomposition und die Kameraeinstellungen stimmen.

Die richtige Blende


Wer einen Ort gefunden hat, der sich lohnt in Szene gesetzt zu werden, der will dem späteren Betrachter der Aufnahme auch jedes noch so kleine Detail zeigen, das ihn an dieser Natur so fasziniert hat. Eine Blende zwischen 5 und 15 ist optimal für Landschaftsfotografien. Richtig fokussiert erhält man so eine Aufnahme, die im gesamten Bild scharf ist und dazu noch eine ausgezeichnete Bildqualität hat.

Belichtungszeiten


Anders als bei der Blende gibt es bei Verschlusszeiten in der Landschaftsfotografie keine eindeutige Regel – sie wird vielmehr als gestalterisches Mittel eingesetzt und kann die Aufnahme massiv beeinflussen. Scheint die Sonne sehr stark und es gibt weit und breit keinen schützenden Schatten, der Licht wegnehmen könnte, sind kurze Verschlusszeiten fast unumgänglich, um im Bereich der optimalen Blendenzahl zu bleiben.

ISO-Werte 


Um die Bildqualität bei der Landschaftsfotografie so gut wie möglich zu halten, ist die richtige ISO-Einstellung wichtig. Hohe ISO-Werte führen schnell zum Rauschen des Bildes – die Aufnahme wird dann körnig und sehr unansehnlich. Ab welchem ISO-Wert das passiert, kommt immer auf die Kamera an, jedoch sollte man den Bereich über 800 tendenziell meiden – wenn es denn geht. Da bei der Landschaftsfotografie generell ein Stativ zum Einsatz kommt, braucht man sich über zu lange Verschlusszeiten auch keine Gedanken zu machen und muss den ISO nicht erhöhen, um die Belichtungszeit zu verringern. Am besten steht der ISO auf der niedrigsten Stufe, was meist einem Wert von 80, 100 oder 200 entspricht. Dann ist die Aufnahme garantiert rauschfrei und man braucht sich hinterher nicht zu ärgern.

Manuell oder Auto


Die meisten Digitalkameras haben verschiedene Modi Einstellungen.
Bei Manuell kannst du wie oben Beschrieben alle Einstellungen wie bei einer System oder Spiegelreflexkamera selbst vornehmen. Unter Szene findet sich meistens ein Programm das „Landschaft“ heißt. Die Kamera stellt dann bestimmte Parameter von selbst für schöne Landschaftsaufnahmen ein. Das gleiche gilt für die Vollautomatik.

Es gibt oft noch ein Programm, das sich Programmautomatik nennt

Die Programmautomatik (P) ist eine gute Alternative zur Vollautomatik und bietet die Möglichkeit wichtige Aufnahmeparameter festzulegen. Es ist eine Alternative zur Vollautomatik mit erweiterten Einstellmöglichkeiten und für viele Fotografen – so auch für mich - das Standardprogramm für 99% der Aufnahmesituationen. Die Kamera stellt automatisch Blende und Verschlusszeit ein, doch die ISO-Einstellung kann bei diesem Modus bei allen Kameras, die diesen Modus anbieten vom Fotografen je nach Lichtsituation und Einsatzbereich selbst gewählt werden.

Die ISO-Zahl sollte daher überprüft und in Abhängigkeit der benötigten Verschlusszeit-Blendenkombination entsprechend eingestellt werden. Hierbei ist auch auf das Rauschverhalten der Kamera im höheren ISO-Bereich zu achten.

Schlusswort


Ich hoffe das euch meine kleine Fotoschule für Digitalkameras in der Landschaftsfotografie ein paar Hilfreiche Anregungen geben konnte und wünsche euch viel Spaß bei eurem nächsten Projekt.

Eine Übersicht zu meinen aktuellen Kameras findet ihr unter:

www.outdoorbelichtet.de

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