Alleine auf Tour gehen - wäre das was für dich?

Meine ersten Touren liegen nun bereits etwas hinter mir.  

Bei meiner letzten Tour war ich auch noch in netter Begleitung.
Doch viele meiner Unternehmungen, Reisen und Touren, mache ich alleine.
In diesem Artikel möchte ich dir erzählen, warum ich eigentlich so gerne alleine
auf Touren gehe und dir auch ein paar Gründe nennen.



Eine kleine Notiz vorweg an alle, die immer ab und an mit mir unterwegs sind😊: 

Ich mag euch und bin gerne mit euch unterwegs. Aber genauso gern hab ich auch mal Zeit für mich, genieße die Stille, und mache „mein eigenes Ding“. Denn das gehört einfach zu mir dazu.👍



Warum ich gerne alleine „On - Tour“ bin

Besonders bei Bergtouren bin ich gerne alleine unterwegs. Zumal ich ohnehin nicht so viele Bergsportbegeisterte Menschen um mich herum habe. Ich gehe einfach gerne mein eigenes Tempo, halte an wenn mir danach ist und solange ich möchte, schieße in aller Ruhe meine Fotos und genieße die Stille und Erhabenheit der Natur um mich herum.


Zudem bin ich gerne mit dem Auto unterwegs. SD Karte rein, Musik an und „On the Road“. Einfach mal abschalten, Seele baumeln lassen und die Freiheit genießen. Ich muss mich nicht über Gott und die Welt unterhalten, keine Probleme lösen und auch keine Diskussionen führen. Manchmal möchte ich einfach einmal für mich sein und von der Arbeit abschalten.

Ich mag die Entscheidungsfreiheit


Kennst du das nicht auch? Einfach mal alles genau so machen, wie du es möchtest? Von Zeit zu Zeit habe ich einfach keine Lust auf Kompromisse. Ich möchte aufstehen, wenn ich Lust dazu habe, möchte essen was, wann und wo ich will. Wenn ich alleine auf Tour gehe, muss ich auf niemanden warten und auch keine Dinge tun, die ich nicht möchte. Zudem habe ich keine „Verantwortung“ für jemanden zu tragen, wenn ich etwa auf Hochtouren oder im Klettersteig unterwegs ist.


Ich könnte im Urlaub nicht tagelang am Strand liegen ohne nichts zu tun. Für mich macht Erholung die richtige Mischung aus Action und Chillen. Und wenn ich meine Meinung plötzlich doch noch ändere und von der einen auf die andere Minute auf der Liege in der Sonne liegen möchte -

So what?!
Ich mache es dann einfach, wenn ich dazu Lust habe. Niemand kann mir dann reinreden. Kein Stress bei der Auswahl von Aktivitäten. Ich bin mein eigener Herr und mache einfach nur das, was mir gefällt.

Ich mag den Nervenkitzel


Man kann Abenteuer und Action natürlich auch zu zweit erleben, doch der größte Nervenkitzel ist es für mich, wenn ich alleine unterwegs bin und ich nicht weiß, was mich alles erwartet. Alle eventuellen Probleme unterwegs selbst lösen, ohne mich noch um jemand anderes kümmern zu müssen.




Und es gibt doch kaum ein schöneres Gefühl, als etwas Spannendes erlebt zu haben, Abends in seiner Unterkunft oder vorm Zelt zu sitzen und zu wissen: Ja, ich habe es geschafft und es war genial!

Ich war zum Beispiel auf meiner letzten großen Reise 2013 in der USA auf einem Campingplatz der auf einem Bergrücken mitten in der Mojave Wüste gelegen war. Und ich war an diesem Tag der „Einzige“ Camper auf dem ganzen Areal. Die Rangerstation und nächste Zivilisation waren fast 40 Meilen entfernt, nur über eine Schotterpiste zu erreichen.  Als ich mein Zelt zwischen den niedrigen Wacholdersträuchern aufgestellt und mein Lager mit dem Feuerplatz eingerichtet hatte, war es später Nachmittag.



Ich machte mich dann zu Fuß auf einen Pfad durch die Wüste, zwischen Sträucher und Hecken, auf den Weg zu einem Bergrücken um von dort den Sonnenuntergang über der Mojavewüste zu Fotografieren. Zurück ging es dann mit Stirnlampe nach Einbruch der Dunkelheit.

Alleine in der Wildnis zu stehen, auf einem Berg über der Wüste und dort den Sonnenuntergang zu fotografieren, war eines der schönsten Erlebnisse in meinem Leben.

Wieder zurück im Lager angekommen, mich ans Lagerfeuer zu setzen, eine Tasse Kaffee ein zu gießen, eine Zigarette an zu zünden, der Sternenhimmel über mir und nur den Wind in den Sträuchern zu hören, ab und an das Gejaule eines Kojoten in der Ferne, oder was immer das war, sind für mich einzigartige Momente in meinem Leben.


Warum du es auch machen solltest…alleine auf Tour gehen

Du warst noch nie alleine auf einer Tour? Vielleicht sogar deshalb, weil du ein bisschen Angst davor hast, dich ohne Begleitung aus deiner Komfortzone zu wagen? Keine Sorge! Ich kann dich beruhigen. Mir ging es vor meinem ersten großen Trip auch so. Aber ich habe es überlebt und sage heute, dass dies mein Leben nachhaltig verändert hat. Auch ich hatte natürlich etwas Bammel vor dem ersten großen Abenteuer. Ganz normal, denke ich. Lass dich davon nicht abhalten. Für mich war es die beste Entscheidung ever!

Früher bin ich immer zu zweit gereist oder auf Tour gegangen. Man hat sich „Angepasst“ an die Reise/Tourenziele, Wünsche und Bedürfnisse des anderen. Seine eigenen Wünsche und Ziele hat man dabei oft zurück gestellt. Deshalb bin ich so unglaublich dankbar dafür, dass ich diesen Schritt dann gewagt und mich alleine auf den Weg gemacht habe. Mit einem Mal war mir klar, was mir die ganzen Jahre davor eigentlich gefehlt hatte.
Wie viele Berggipfel, Länder und Sehenswertes es eigentlich noch gibt auf unserem wundervollen Planeten. Wenn man in einer Gemeinschaft ist, zumindest geht es mir so, beschäftige ich mich nicht so sehr mit der Tour oder auch dem Reisen selbst, sondern viel mehr mit dem gemeinsamen Spaß und den Aktivitäten vor Ort. Da war es fast egal, wo man unterwegs war, darauf kam es gar nicht mehr so an.

Es hat einfach keine Sehnsüchte mehr geweckt. Erst, als ich alleine unterwegs war, habe ich gemerkt, was mir gefehlt hat. Du wirst neugierig und willst immer mehr entdecken. Bei mir ist es fast schon so weit, dass ich während einer Tour schon wieder über kommende Ziele nachdenke.

Dir werden die Augen geöffnet

Bist du vielleicht jahrelang mit deinem Partner/Freunden im gleichen Land, im gleichen Ort und am besten noch im gleichen Hotel? Ist dein dreiwöchiger Jahresurlaub auf Ibiza am Hoteleigenen Pool dein Nonplusultra? Mehr brauchst du gar nicht? Das ist sicherlich schön und wenn dich das glücklich macht, warum also nicht?

Vielleicht ist es aber auch gar nicht unbedingt das, was du wirklich möchtest? Möglicherweise sehnst du dich, wenn du tief in dich hinein hörst, nach etwas Abwechslung, etwas Abenteuer, etwas Außergewöhnlichen? Nach einer Auszeit? Ich kann dir nur sagen: Sei offen dafür und trau dich, den Schritt alleine in die Welt zu wagen. Es wird dir vielleicht deine Augen öffnen. Wahrscheinlich erkennst du was du bisher alles verpasst hast und was es alles noch zu entdecken gibt.

Du wirst Selbstbewusst

Wenn du alleine auf Tour gehst, kommst du zwangsläufig in Situationen, die du auch alleine meistern musst. Du kannst dich nicht entspannt zurücklehnen und darauf warten, dass jemand für dich die Entscheidungen trifft oder Probleme löst. Nein, du musst selbst handeln. Das wird dich mit der Zeit aber selbstsicherer machen. Du bekommst mehr Vertrauen in dich selbst und wirst lernen, besser mit kritischen Situationen und Gefahren umzugehen.

Du bist alleine für dich verantwortlich und im Notfall wird erst mal niemand da sein, der dir hilft. Ich mache mir keine Sorgen, wenn ich alleine irgendwo hinfahre. Zumindest nicht solche, die sich auf das Lösen von Problemen ohne Unterstützung beziehen. Denn ich habe gelernt, dass ich gut auf mich aufpassen kann. Natürlich sollte auch die passende Ausrüstung immer mit dabei sein.

Alleine auf Tour macht nicht Einsam

Zum Schluss möchte ich noch eines der gängigen Vorurteile ausräumen.
Nein, alleine auf eine Bergtour, Wildnistour, oder ein Reise zu gehen bedeutet nicht, dass man „Allone“  ist. Oben habe ich dir schon genügend Gründe genannt, warum ich so gerne „Allone“ unterwegs bin. Ich entscheide mich bewusst dafür und nicht, weil mich keiner mag und ich sonst keine andere Wahl habe. Sondern weil ich es toll finde!

Alleine eine Tour zu machen ist eine bewusste Entscheidung. Nicht für die Einsamkeit, sondern für die Ruhe, meine Entscheidungsfreiheit und das bewusstere Wahrnehmen meiner Umgebung.

Du hast trotzdem Zweifel und denkst, dass das vielleicht ganz schön langweilig ist?
Ok, auch ich muss zugeben, dass ich ab und an einmal einen Moment habe, in dem ich mich nach einer Begleitung sehne. In der Regel beim Abendessen, wenn sich ein Tag so langsam seinem Ende zuneigt und ich auf mein Essen warte. Aber das war es dann auch meistens schon.


 Alleine, so wie ich es mache – ist das was für dich…😉



Wie sieht es bei dir aus?  




Ich freue mich auf deinen Kommentar!


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